Pascale Bruderer, ehemalige Politikerin der SP, verlässt nach dem Verzicht auf eine Bundesratskandidatur die politische Bühne und wirkt nun in der Technologiebranche. Ihre neueste Mission: die Einführung eines digitalen Schweizer Franken. In einem bemerkenswerten Schritt engagiert sich Bruderer für einen von Banken wie UBS, Postfinance und Zürcher Kantonalbank getesteten Stablecoin, eine an den Franken gebundene Kryptowährung.
Als Mitbegründerin der Organisation Swiss Stablecoin setzt sie sich seit Jahren für diese Innovation ein. Ihr Engagement ist umso überraschender, da es ausgerechnet von einer sozialdemokratischen Politikerin kommt. Bruderer betont jedoch: “Es geht darum, den Franken in die digitale Welt zu führen und somit Innovationspotenzial im bestehenden System zu fördern, anstatt dass dies durch unregulierte Kryptowährungen geschieht.” Der Weg der ehemaligen Ständerätin ist keineswegs typisch für eine Sozialdemokratin. Früh in ihrer Karriere wurde sie zur Nationalrätin gewählt und vertrat den Kanton Aargau als Ständerätin, was ihr einen Ruf als Überfliegerin einbrachte.
In der SP ist Bruderer bekannt für ihre sozialliberalen Ansichten, die oft im Konflikt mit der Parteilinie stehen. Mit ihrem Fokus auf wirtschaftsfreundliche Politik hat sie immer wieder betont: “Ich habe meine sozialliberalen Positionen stets offen kommuniziert.” Bereits 2009 wurde sie zum “Young Global Leader” des WEF ernannt und pflegt bis heute Verbindungen zu dessen Gründer Klaus Schwab.
Nach ihrem Ausstieg aus dem Bundesratsrennen im Jahr 2022 wechselte Bruderer in die Tech-Branche. Sie beriet den Internetkonzern Facebook bei der Entwicklung eines globalen Stablecoins, was ihr tiefe Einblicke in die Materie vermittelte. Ihre Erkenntnis: Die Schweiz benötigt einen digitalen Franken. Mit ihrer aktuellen Rolle im Verwaltungsrat von Unternehmen wie Galenica und Orell Füssli sowie als Stiftungsrätin der Schwab Foundation, die soziales Unternehmertum fördert, bleibt Bruderer einflussreich.
Ihre Positionierung zwischen traditionellen politischen Kreisen und globalen Wirtschaftsakteuren stellt sie in den Augen mancher Menschen als Verbindungsglied dar. Ihre Bekanntschaft mit Persönlichkeiten wie Königin Mathilde von Belgien verdeutlicht die vielfältigen Netzwerke, die Bruderer aufgebaut hat.