Die Wohneigentums-Initiative zielt darauf ab, Zürcher*innen den Kauf von Häusern zu erleichtern. Doch wie gelangt man an das eigene Eigenheim? Chantal Reichlin kennt die entscheidenden Faktoren bei der Suche nach dem Traumhaus. Wegen steigender Boden- und Immobilienpreise ist es für junge Familien immer schwieriger, Wohneigentum zu erwerben. Der Hauseigentümerverband des Kantons Zürich hat die Initiative gestartet, um mehr Menschen den Hauskauf zu ermöglichen. Welchen Rat gibt Frau Reichlin jungen Familien bei der Suche nach einem Eigenheim? Ein Hauskauf verlangt viel Geduld und Ausdauer. Das Traumhaus findet sich selten sofort – vor allem nicht mit begrenztem Budget. Häufig müssen viele Absagen hingenommen werden, da sich viele auf dasselbe Objekt bewerben. Viele Familien suchen zwei bis drei Jahre lang nach dem richtigen Zuhause. Wann ist es für junge Familien ideal, den Hauskauf zu beginnen? Es empfiehlt sich, bereits während der Familienplanung darüber nachzudenken, wie und wo man leben möchte. So reduziert man das Risiko eines Umzugs direkt nach einer Geburt. Welche Schritte sind notwendig, sobald die Entscheidung für einen Hauskauf gefallen ist? Vor dem ersten Besichtigungstermin gibt es viel zu tun. Zunächst sollte ein Budget festgelegt und eine Hypothekenberatung bei der Hausbank in Anspruch genommen werden, um sich über das mögliche Darlehen im Klaren zu sein. Danach lohnt es sich, auch Angebote anderer Institutionen wie Versicherungen einzuholen, die teilweise eigenständige Kreditkonditionen anbieten. Wie sollte man seine Prioritäten bei den Hausmerkmalen setzen? Es ist wichtig, eine Checkliste mit essentiellen Merkmalen und möglichen Kompromissen zu erstellen. Da viele ihre Traumhäuser auch anderen zuschreiben, sind diese oft teuer oder schwer zu erwerben. Auf welche Eigenschaften sollte man dennoch nicht verzichten? Die Lage ist entscheidend. Ein Haus an einer Hauptverkehrsstraße wird selten im Wert steigen. Flexibilität kann hinsichtlich der Nähe zu Bahnhöfen und Nachhaltigkeitskriterien hilfreich sein. Was sollten Interessenten bei Besichtigungen beachten? Bereiten Sie sich auf die Besichtigung vor, indem Sie das Dossier studieren und ein mögliches Angebot ausarbeiten. Eine Begleitung durch einen Architekten ist oft nicht ratsam, da dieser eher potenzielle Umbauprojekte sieht. Wie hoch sollte das Gebot sein? So viel wie möglich bieten – oft entscheidet dies über den Kauf. Einige Banken finanzieren bis zu 10 Prozent mehr als im Darlehen vereinbart. Alternativ können Freunde oder Verwandte Unterstützung leisten, oder es werden andere Finanzierungswege beschritten. Hängt die Entscheidung für einen Hauskauf wirklich nur vom Gebot ab? Zu 90 Prozent schon. Die letzten 10 Prozent können durch menschliche Faktoren beeinflusst werden, insbesondere wenn die Verkäufer*innen langjährig im Haus lebten. Welche Wege gibt es, ein passendes Haus zu finden? Entweder über Ausschreibungen oder Makler. Eine unkonventionelle Methode sind persönliche Briefe an interessante Häuser. Nicht aufgeben: Es könnte bald eine Welle von Verkäufen kommen, wenn die Babyboomer altersbedingt ausziehen.