Jan Jacob, Leiter von Randstad Schweiz, erkennt eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Optimismus des Managements und den Zweifeln der Mitarbeiter bezüglich künstlicher Intelligenz (KI). Diese ‘gespaltene Realität’ zeigt sich in der unterschiedlichen Wahrnehmung von Technologiefortschritten. Laut dem ‘Workmonitor 2026’ des Unternehmens, einer Umfrage unter 27.000 Angestellten und 1.125 Arbeitgebern aus 35 Märkten, glauben weltweit 47 Prozent der Büroangestellten, dass KI vor allem den Unternehmen nützt und nicht ihnen; in der Schweiz sind es sogar 63 Prozent.
Jacob beobachtet eine zunehmende Skepsis bei Mitarbeitern, die oft unterbewusst ist. Viele ziehen es vor, berufliche Ratschläge von KI-Systemen statt von ihren Vorgesetzten zu erhalten. Die Unternehmensseite hingegen zeigt sich mit 63 Prozent Investitionen in KI stark optimistisch.
Die Kommunikation über die Auswirkungen der KI ist oft unklar und führt zu Verunsicherung unter den Mitarbeitern. Viele sind unsicher, wie ihre Arbeit durch KI konkret verändert wird. Häufig ergibt sich die Richtung erst im Prozess des ‘Learning by Doing’, was die Kommunikation erschwert.
Jacob sieht in dieser Wahrnehmungslücke ein Problem: Die Mitarbeiter unterschätzen oft, wie tiefgreifend KI ihren Alltag beeinflussen wird. Ohne das Mitnehmen auf der Reise und ohne geteilte Visionen könnten Veränderungen schwieriger umzusetzen sein.
Es ist wichtig, die Mitarbeiter in den Transformationsprozess einzubeziehen. Führungskräfte müssen mehr denn je Austausch suchen und die Vertrauensbasis stärken. Obwohl 47 Prozent der Arbeitnehmer KI eher für Unternehmensvorteile halten, verfügt immerhin eine Mehrheit von 72 Prozent über ein gutes Verhältnis zu ihren Vorgesetzten.
Die Verhandlungsposition der Angestellten hat sich in den letzten Jahren geschwächt. Arbeitnehmer sind vorsichtiger im Umgang mit Änderungen, die ihre Karriere betreffen.
Um fit für das KI-Zeitalter zu sein, braucht es Offenheit und Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Weiterbildungen und Fachkompetenz sind entscheidend, um die neuen Technologien in den Arbeitsalltag zu integrieren. Kontrolle wird wichtiger; Mitarbeiter müssen die Ergebnisse der KI kritisch hinterfragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Unternehmen mögen gedanklich einen Schritt voraus sein, doch die Realität ist noch nicht in allen Unternehmensbereichen angekommen. Die Arbeitnehmer sind dabei, aber sie benötigen mehr Informationen und Einbeziehung, um den Wandel aktiv mitzugestalten.