Der Monat März war für Reisebüros wegen des Konflikts im Nahen Osten enttäuschend. Während der aktuelle Waffenstillstand besteht, bereiten sie Angebote für das östliche Mittelmeer vor. Europäer stellen sich die Frage: Wo soll man in den Sommerferien hin und wie hoch sind die Kosten? Der Konfliktausbruch Ende Februar traf mitten in der Hauptbuchungszeit ein. Viele Haushalte überdenken ihre Pläne, was das Geschäft der Reisebüros stark beeinträchtigt hat. Die Bilder von den Anfangsereignissen des Krieges, als Tausende Touristen in Dubai überraschend die Explosionen erlebten, wirken abschreckend. Viele Menschen sind daraufhin abgereist und Reisebüros haben Angebote für die Arabischen Emirate gestrichen. Obwohl der Konflikt hauptsächlich am Persischen Golf stattfindet und nicht direkt im Mittelmeer, hat auch hier die Nachfrage nachgelassen. Irans Geschosse zielten bereits in Richtung östliches Mittelmeer. Zudem beeinflusst der Krieg die Budgetplanungen: Spritpreise sind gestiegen und viele sparen daher bei den Ferien. Die Sommerferienplanung gleicht einer Knobelaufgabe, ähnlich dem Verhalten von Börseninvestoren. Sollen sich Touristen auf sichere Werte verlassen oder warten sie auf günstige Angebote? Spanien gilt als sicherer Hafen für Reisende, vergleichbar mit der Schweiz im Finanzmarkt. Das Land bietet Schönwettergarantie und ist weit von Gefahrenherden entfernt. Die Nachfrage auf den Balearen, den Kanaren sowie dem spanischen Festland steigt rapide an, was die Preise in die Höhe treibt. Wer nach Spanien reisen möchte, sollte bald buchen, da viele Hotels schon ausgebucht sind und es weniger Last-Minute-Angebote geben wird. Die britische Band Pet Shop Boys’ Hit „Go West“ spiegelt die Stimmung vieler Reisenden wider: weg von Kriegsgefahr. Im westlichen Mittelmeer, einschließlich Italien, Frankreich, Malta und Portugal, ist ebenfalls eine hohe Nachfrage zu verzeichnen. Langstreckenziele wie Karibik, Dominikanische Republik oder Mauritius sind stark gefragt. Dennoch gibt es viele, die abwarten, was sich im März mit einem Rückgang der Buchungen zeigt. Die Umsätze von Globetrotter Group sanken um rund 11 Prozent. Wer spontan ist und auf günstige Angebote setzt, schaut Richtung östliches Mittelmeer. Griechische Inseln verzeichneten einen Rückgang wegen des Konflikts. Türkei, Ägypten und Zypern sind stark betroffen, bieten jedoch freie Betten für Preisbewusste. Reiseveranstalter nutzen die Feuerpause, um Angebote mit attraktiven Preisen zu entwickeln und Touristen umzustimmen, die Spanien als zu teuer empfinden. Pakete wie „Zahle sieben Nächte, bleibe zehn“ könnten bald häufiger angeboten werden. Der Verlauf des Konflikts wird entscheidend sein: Hält die Waffenruhe, könnte die Nachfrage nach Türkei und Ägypten steigen. Bei erneuter Eskalation dürfte sich der Trend ins westliche Mittelmeer verstärken. Im Individualreisegeschäft sind Drehkreuze wie Katar, Abu Dhabi und Dubai eingeschränkt, was zu teureren Flügen über Bangkok, Singapur oder Hongkong führt. Eine Zunahme von Reisen nach Afrika und Südamerika ist bei Globetrotter festzustellen. Trotz Unsicherheiten bleibt das Reisebedürfnis stark: Menschen suchen Erlebnisse für soziale Medien. Die Branche profitiert paradoxerweise vom Verlangen nach Unbeschwertheit, trotz des düsteren wirtschaftlichen Ausblicks.