Die rätselhaften Morde von Gilgo Beach, die über ein Jahrzehnt ungelöst blieben, haben nun ein Geständnis des mutmaßlichen Täters hervorgebracht. Der Fall wirft weiterhin Fragen auf bezüglich der Behandlung vermisster Frauen und zeigt, wie Ermittlungen jahrelang ins Stocken geraten können.
Rex H., ein Amerikaner mit Doppelleben, galt als Familienvater und Architekt. Extern führte er einen unauffälligen Lebensstil in New York. Sein Büro lag nahe des Empire State Buildings, wo er für namhafte Kunden wie American Airlines arbeitete. Gleichzeitig soll H. zwischen 1993 und 2010 acht Menschen ermordet haben, seine Verbrechen verübend, während seine Familie unterwegs war.
Über Wegwerf-Handys kontaktierte er die Opfer über Kleinanzeigen, um sie abzuholen, zu töten und ihre Leichen im Keller seines Hauses in Massapequa Park auf Long Island zu zerstückeln. Die Überreste wurden in der Nähe von Gilgo Beach vergraben. Der Fall erregte landesweit Aufsehen und diente als Vorlage für den Netflix-Film “Lost Girls”.
Erst 2010 entdeckten Ermittler bei einer Suche nach einer vermissten Frau die ersten Leichen am Strand, darunter elf Opfer: neun Frauen, einen Mann und ein Kind. Besonders vier verschwundene Frauen, als “Gilgo Four” bekannt, arbeiteten als Escorts und wurden auf Craigslist gesucht.
Das Stigma rund um den Fall resultierte aus der Berufung der Frauen. Ein leitender Ermittler äußerte 2011 bei einer Presseveranstaltung Bedenken hinsichtlich des Verhaltens von Opfern, die zu Fremden ins Auto stiegen.
Ermittlungsfehler verschärften das Problem, da die Polizei anfänglich von mehreren Tätern ausging und interne Konflikte verfolgte. Dies führte dazu, dass wichtige Spuren unbeachtet blieben. Dennoch hielten Angehörige der Opfer den Druck aufrecht, was schließlich zur Gründung einer Task-Force im Jahr 2022 führte.
Mithilfe von DNA-Analysen und Mobilfunkdaten gelang ein Durchbruch: Ein Chevrolet Avalanche, gesehen bei einem letzten Opfer, sowie Prepaid-Handys in der Nähe von H.s Wohnort führten die Ermittler zum Verdächtigen. Auch seine Internetsuche nach dem “Long Island Serienmörder” und DNA-Spuren auf einem Pizzakarton halfen den Beamten.
Im Juli 2023 verhaftet, stritt Rex H. zunächst seine Schuld ab, bevor er ein Geständnis für acht Morde ablegte. Sein erstes Opfer soll es bereits 1993 gegeben haben. Obwohl er sein Motiv nicht nannte und keine Reue zeigte, steht nun ein psychiatrisches Gutachten an. Für die Angehörigen bedeutet das Geständnis schließlich Gewissheit nach Jahren des Kampfes für Aufklärung.