Carla Simón, die spanische Regisseurin, widmet sich in ihrem neuesten Werk den komplexen Erinnerungen an ihre familiäre Vergangenheit. Ihre Eltern verloren im Zuge der Drogenkrise der 1980er Jahre ihr Leben – eine Tragödie, die sie bereits in früheren Filmen aufarbeitete. Ihr aktuelles Projekt, “Romería”, feierte seine Premiere auf dem Filmfestival von Cannes 2025 und schließt ihre persönliche Triologie ab.
Die Handlung folgt Marina, einer jungen Filmstudentin (gespielt von Debütantin Llúcia Garcia), die im Jahr 2004 nach Vigo reist, um mehr über das Leben ihrer Eltern zu erfahren. Mit der Videokamera und dem Tagebuch ihrer Mutter – ein fiktives Element basierend auf realen Briefen aus den späten Achtzigern – versucht sie, die letzten Jahre ihres Lebens zu rekonstruieren. Simón selbst beschreibt diesen Prozess als eine Spurensuche zwischen Fiktion und Wirklichkeit, bei der Erinnerungen stets wandelbar bleiben.
Simón steht für eine neue Generation von Regisseurinnen in Spanien, die das Geschlechterverhältnis im Filmemachen verändert hat. Nach Jahrzehnten männlicher Dominanz haben Frauen wie Isabel Coixet und Icíar Bollaín nun bedeutende Erfolge gefeiert. Im Jahr 2023 gewann Jaione Camborda mit “O corno” die Goldene Muschel, den Hauptpreis von San Sebastián.
Gleichzeitig erweckt Maryam Touzani in ihrem Film “Calle Málaga” Carmen Maura, eine legendäre Figur aus Pedro Almodóvars Frühwerk, wieder zum Leben. In einem bewegenden Auftritt zeigt die Achtzigjährige Maura ihre rebellische Seite und entdeckt mit einem jüngeren Antiquitätenhändler erneut ihre Sexualität.
“Calle Málaga”: Kino (119 Minuten). “Romería”: ab 16. April im Kino (115 Minuten).