Alkoholkonsum wirkt sich negativ auf den Verlauf von Gicht aus, einer Erkrankung der Gelenke. Ursprünglich galt die Krankheit als “Krankheit der Könige” aufgrund des üppigen Lebensstils mit viel Fleisch und Alkohol. Professor Johannes Wechsler vom Berufsverband Deutscher Ernährungsmediziner betont, dass Gicht durch eine Stoffwechselstörung verursacht wird: Zu viele Harnsäurekristalle bilden sich aufgrund einer Überproduktion oder mangelnden Ausscheidung von Harnsäure. Eine purinarme Diät ist entscheidend für die Therapie, da Purine in Lebensmitteln wie Fleisch und Fisch zu erhöhter Harnsäuresynthese führen.
Obwohl Alkohol – bis auf Bier – keine nennenswerten Mengen an Purinen enthält, hemmt er die Ausscheidung von Harnsäure. Dies geschieht durch mehrere Mechanismen: Der Körper reduziert den Harnsäureausstoß, um Alkohol abzubauen, und produziert zusätzlich Harnsäure während der Verstoffwechselung des Alkohols. Zudem entzieht Alkohol dem Körper Wasser, was die Löslichkeit von Harnsäure im Blut reduziert.
Wechsler rät Gichtpatienten zu einem vollständigen Verzicht auf Alkohol, insbesondere während eines akuten Anfalls. In stabilen Phasen können Patienten gelegentlich eine Ausnahme machen. Dabei sollte der Genuss von Alkohol in kleinen Mengen und selten erfolgen.
Die Wahl des Getränks ist wichtig: Wein wird als weniger schädlich angesehen als Bier oder Spirituosen, da letztere Purine enthalten bzw. den negativen Effekt durch hohen Alkohol verstärken. Zudem kann Fruchtzucker in Cocktails die Harnsäureproduktion erheblich steigern. Ein Glas Wein ist daher eine bessere Wahl.
Wechsler empfiehlt, bei alkoholischem Genuss viel Wasser zu trinken, nicht auf leeren Magen zu konsumieren und den Alkohol nicht mit purinreichen Lebensmitteln zu kombinieren. Diese Praktiken können helfen, die Freude am gelegentlichen Trunk ohne das Risiko eines Gichtanfalls zu genießen.