Kinder und Jugendliche stehen oft einem umfangreichen sozialpädagogischen System gegenüber, wenn sie schulische Schwierigkeiten haben. Stattdessen benötigen sie Vorbilder, die ihnen durch Geschichten den Weg ins Erwachsenenalter ebnen. Kognition ist nicht isoliert; Menschen interpretieren ihre Eindrücke und unterscheiden zwischen Fakten, Vermutungen und Phantasien basierend auf ihrem sozialen Kontext. Diese Interpretation wird von der Einbildungskraft beeinflusst: Wir nehmen Informationen wahr, verändern sie, entwickeln alternative Szenarien und passen sie unseren Bedürfnissen an. “Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt,” sagte Albert Einstein. Durch die Imagination hinterfragen wir kulturelle Normen und bringen unsere Individualität ein. Bei Kindern zeigt sich dies im Spiel: Stundenlang inszenieren sie mit Playmobilfiguren Szenarien, die ihre inneren Welten widerspiegeln.
Jugendliche nutzen die Imagination, um alternative Lebensstile zu erkunden. Sie suchen nach neuen Interessen und erweitern ihren Horizont durch Reisen, neue Tätigkeiten oder Debatten über unterschiedliche Perspektiven. Dies kann zu Widerspenstigkeit führen, da sie sich nicht einfach anpassen wollen.
Imagination hilft uns, Geschichten zu kreieren, die Beobachtungen in ein Gesamtbild fassen. Eine Irritation löst eine kognitive Dissonanz aus und zwingt uns, unsere Normalitätsvorstellungen zu hinterfragen. Wir suchen nach einem Kontext für das Unerwartete, um Chaos zu vermeiden.
Diese Fähigkeit ist auch in der Schule von Bedeutung. Narrative helfen Klassen zusammenzuhalten, indem sie ein gemeinsames Verständnis schaffen und Zielsetzungen sowie Werte entwickeln. In der aktuellen Bildungslandschaft haben Imaginationen und Geschichten jedoch keinen hohen Stellenwert mehr. Der Fokus liegt auf Kompetenzförderung und selbstständigem Lernen mit eigenverantwortlichen Schülern.
Ein Lehrer, der über umfassende Themen spricht, gilt als veraltet. Spezialisten werden gerufen, wenn Konflikte auftreten, statt diese Dynamik zur Entwicklung neuer Einsichten zu nutzen. Die Anwesenheit von Erwachsenen mit eigenen Geschichten, die Jugendliche inspirieren und ihnen helfen, Fakten von Fiktionen zu trennen, wird immer wichtiger.
Die Probleme im Bildungssystem sind oft das Ergebnis eines pädagogischen Diskurses, der auf Defizite fokussiert und die Kraft der Imagination ignoriert. Stattdessen konzentriert man sich darauf, ein umfangreiches sozialpädagogisches System zu etablieren, was dazu führt, dass die Imaginationskraft in anderen Kontexten genutzt wird.