Im mexikanischen Bundesstaat Jalisco verschwindet mehr Menschen als in jeder anderen Region Mexikos, wobei das dominierende Kartell und korrupte Beamte eine Rolle spielen. Angehörige der Opfer sind gezwungen, um ihr Leben zu fürchten, während sie den Verschwundenen nachspüren.
In Guadalajara, einer Stadt, die als Gastgeberin der Fußball-Weltmeisterschaft bekannt ist, durchsuchen Verwandte von Vermissten mit bloßen Händen Bahngleise und Brachflächen auf der Suche nach ihren Kindern oder Geschwistern. Diese Suchaktionen erfolgen oft an Orten, die durch anonyme Hinweise als vermutete Grabstätten identifiziert wurden. Vor dem Hintergrund mangelnder offizieller Unterstützung haben sich in Jalisco selbst organisierte Suchgruppen gebildet.
Thomas Milz, Korrespondent für Lateinamerika, hat die Gruppe “Guerreros Buscadores de Jalisco”, oder “suchende Kämpfer von Jalisco”, begleitet. Diese bestehen aus Frauen und Männern, die nach Jahren der Ungewissheit nicht mehr auf staatliche Hilfe setzen können. Im Mittelpunkt steht Maria Guadalupe, deren fünf ihrer neun Kinder verschwunden sind. Ihr tragisches Schicksal symbolisiert eine Region, in der das Verschwindenlassen alltäglich geworden ist und Kartelle ungestört agieren.
Im Podcast “NZZ Akzent” beleuchtet Milz die Verbindung zwischen Gewalt, Angst und politischem Schweigen in Mexiko, insbesondere im Kontext von Guadalajara als internationalem Schauplatz vor der Fußball-WM dieses Sommers.
Alle Episoden des Podcasts “NZZ Akzent” finden Sie in dieser Übersicht.