Nachdem ihm Großbritannien die Einreise verboten hatte, hat der Rapper Kanye West sein für den 11. Juni geplantes Konzert im Stade Vélodrome in Marseille abgesagt und somit einem drohenden Verbot durch französische Behörden vorgebeugt. “Nach sorgfältiger Überlegung habe ich entschieden, die Show auf unbestimmte Zeit zu verschieben”, schrieb der 48-Jährige am Mittwoch auf X.
Seit Wochen hatte sich in Frankreich Widerstand gegen den Auftritt des Künstlers gebildet. Innenminister Laurent Nuñez erklärte, man prüfe alle rechtlichen Möglichkeiten, um die Veranstaltung wegen Wests antisemitischer Äußerungen zu verbieten. Auch Bürgermeister Benoît Payan von Marseille äußerte sich während der Kommunalwahlen im März entschieden gegen den Rapper, da er Hass und Nazi-Ideologie propagiere. Selbst politische Gegner wie Franck Allisio sprachen sich gegen das Konzert aus.
Wests umstrittene Äußerungen führten in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Kontroversen und Verlust von Geschäftspartnern, unter anderem mit Adidas, die ihre Partnerschaft 2022 nach antisemitischen Kommentaren beendeten. Wests Bekenntnis zum Nationalsozialismus und sein Song “Heil Hitler” wurden weitgehend kritisiert.
Die britische Regierung begründete das Einreiseverbot mit diesen Vorfällen, wobei Premierminister Keir Starmer die Entschlossenheit zur Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft betonte. Die geplanten Auftritte beim Wireless-Festival wurden gestrichen.
In Frankreich ist nun ein Verbot unnötig geworden, während in den Niederlanden Wests Konzerte noch stattfinden sollen, sofern keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung besteht. Ende Januar bat West um Entschuldigung für seine Ausfälle und führte diese auf eine bipolare Störung zurück. Er betonte die Notwendigkeit von Zeit zur Anerkennung seines Kurswechsels, wie er am Mittwoch auf X erklärte.