Laut Swiss Sport Integrity hat der Import von verbotenen Dopingmitteln im Jahr 2025 zugenommen, häufig aus Unwissenheit. Trotzdem bleibt dies strafbar. Das Schweizer Sportgericht verurteilte kürzlich einen jungen Amateurfussballer zu einer zweijährigen Sperre wegen des Besitzes und der versuchten Anwendung von IGF-1, einem Wachstumshormon, das die Muskelentwicklung fördert. Das Gericht stellte fest, dass der Athlet grobfahrlässig handelte, da er mit einer einfachen Internetrecherche hätte erfahren können, dass es sich um ein Dopingmittel handelt.
Obwohl der Fussballer die Substanz nicht zur Leistungssteigerung im Sport, sondern für ästhetische Zwecke bestellte, wurde ihm eine Sperre in allen Sportarten auferlegt. Nicht nur Profisportler, sondern alle organisierten Sportler unterliegen den Anti-Doping-Regeln des Dachverbands Swiss Olympic.
Die nationale Anti-Doping-Agentur Swiss Sport Integrity (SSI) beschäftigt sich meist mit Leistungssportlern, doch auch Breitensportler wie der betroffene Fussballer fallen unter das Statut. Ernst König, Direktor von SSI, erklärt, dass im Freizeitsport illegale Dopingmittel ohne Konsequenzen konsumiert werden können, wenn die Personen keine Vereinsmitgliedschaft haben. Dennoch ist der Import solcher Mittel für alle Schweizer verboten.
SSI stützt sich auf die Zollkontrollen zur Erfassung von Dopingsubstanzen im Breitensport. Während 2025 wieder mehr illegale Sendungen sichergestellt wurden, sank deren Zahl zuvor. Viele der Substanzen werden in den sozialen Medien als «Wundermittel» beworben und sind tatsächlich gefährlich: Sarm erhöht das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, und Ibutamoren können hormonelle Störungen verursachen. Sie werden oft in auffälligen Verpackungen verkauft.
Die jüngsten Empfänger dieser illegalen Mittel sind immer jünger. Einige der gesperrten Sportler sind noch minderjährig. SSI hat von ihnen gehört, wie sie durch Schulkollegen oder Influencer zu diesen Substanzen kamen und diese als harmlos empfahlen.
Sperren junger Athleten können deren Leistungssportkarriere beenden und soziale Kontakte gefährden. König betont die gesundheitlichen Risiken für die Gesellschaft, unabhängig davon, ob die Substanzen im organisierten Sport oder privat konsumiert werden. Er plädiert dafür, auch Freizeitsportler aufzuklären, um weiteren Missbrauch zu verhindern.