Die Fastfoodkette McDonald’s ist bekannt für ihre Big Macs und anderen Burger, deren Herstellung erhebliche Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen verursacht. Für Aktionäre von McDonald’s stellt sich die Frage: Sollten sie sich aus der Investition zurückziehen oder das Unternehmen zu mehr Klimaschutz anspornen? Stephan Kellenberger, Leiter für Nachhaltige Finanzpolitik beim WWF Schweiz, betont, dass «Engagement» wichtig sei. Allerdings sollte auch die Möglichkeit des «Desinvestierens» offen bleiben, wenn das Engagement keine Erfolge zeigt.
Schweizer Banken und Versicherungen behaupten oft, sie würden Unternehmen zu Nachhaltigkeit drängen. Die Praxis sieht jedoch anders aus: Eine Untersuchung des WWF ergab, dass Schweizer Banken nicht immer klimafreundlich handeln.
Aktionäre haben das Recht, bei Generalversammlungen ihre Stimme für nachhaltigere Unternehmenspolitiken zu erheben oder Aktionärsanträge einzureichen. Diese Strategie kann Druck auf Unternehmen ausüben, sich mehr um Nachhaltigkeit zu bemühen.
Die Frage nach dem tatsächlichen Engagement der großen Schweizer Vermögensverwalter wurde durch eine Untersuchung des Recherchekollektivs WAV im Auftrag des WWF beantwortet. Bei der letzten Generalversammlung von McDonald’s stellte ein Aktionär einen Antrag auf Berichterstattung über das Netto-Null-Ziel des Unternehmens. Obwohl abgelehnt, zeigten die Reaktionen der Vermögensverwalter Unterschiede: Pictet unterstützte den Antrag begründet, während UBS ohne Begründung ablehnte.
Obwohl die UBS nur weniger als zwei Prozent der Aktien hält, ist sie laut WWF einer der zehn größten Investoren von McDonald’s. Die Bank nutzt ihren Einfluss nicht, so Kellenberger. Auf Kritik erwidert die UBS: «Zu einzelnen Unternehmen äussern wir uns grundsätzlich nicht.» Sie setze individuelle Ziele und erwäge Maßnahmen wie Abstimmungen gegen den Verwaltungsrat oder Desinvestitionen, wenn keine Fortschritte gemacht würden.
DerVerband Swiss Sustainable Finance zeigt sich zurückhaltend zur WWF-Studie, betont jedoch, dass Investoren unterschiedlich abstimmen können. Der WWF kritisiert das Abstimmungsverhalten der UBS in vier weiteren Fällen und fordert mehr Transparenz.
Viele Pensionskassen oder Versicherungen übertragen ihre Engagement-Aufgaben an Vermögensverwalter wie die UBS, ohne Kenntnis von deren Entscheidungen bei Aktionärsversammlungen zu haben. Der WWF hofft auf Verbesserung durch eine Volksinitiative für einen nachhaltigen Finanzplatz, welche jedoch vom Finanzplatz abgelehnt wird.
Im Kampf um diese Initiative müssen sich Vertreter des Finanzplatzes klar positionieren und mehr Engagement zeigen.