Das neue Bundesasylzentrum im St. Galler Rheintal, das neben dem Regionalgefängnis des Kantons entsteht, wird aufgrund von baulichen Schwierigkeiten nicht wie geplant im Januar eröffnet, sondern erst im August. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) plant das Zentrum mit 43 Millionen Franken und bietet Platz für bis zu 390 Asylsuchende.
Ursprünglich hatte eine Altlastensanierung den Baubeginn verzögert. Nun hat sich der Starttermin erneut verschoben, da sich Bodensetzungen auf unterirdische Leitungen ausgewirkt haben. Diese Probleme sollen durch absinkende Leitungen verursacht worden sein. Christian Freund, SVP-Kantonsrat und Bauern in der Nähe des Bauplatzes, bemerkt: «Die Region ist torfbetont, was Pfahlbauweise erfordert. Die Leitungen werden dabei an Pfähle oder Bodenplatten gehängt.»
Sichtbare Absenkungen im Gelände verdeutlichen das Problem, obwohl neuere Gebäude solche Probleme eigentlich nicht mehr zeigen sollten. Stadtpräsident Ruedi Mattle von Altstätten betont, dass Bau in Torfgebieten zwar anspruchsvoller sei, aber machbar.
Das Bundesamt für Bauten und Logistik bestätigt: «Im Herbst 2025 sind durch Bodensetzungen Kanalisationsleitungen beschädigt worden.» Diese Schäden seien repariert worden, wobei die finanziellen Folgen für den Bund aufgrund der Garantieleistung des Bauunternehmens entfielen.
Christian Freund kritisiert dies als «groben Fehler», insbesondere da es sich um ein bedeutendes Bundesprojekt handelt. Ob beim Bau eine falsche Fixierung der Leitungen vorgenommen wurde, bleibt unklar. Auch wollte Freund wissen, ob das Gefängnis ähnliche Probleme aufweist, was die Kantonsregierung noch nicht beantwortet hat. Das Bau- und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen versichert jedoch: «Die Erweiterung des Regionalgefängnisses steht baulich in keinem Zusammenhang mit dem Asylzentrum.”
Das Zentrum soll nun im August öffnen, nach einem halben Jahr Verzögerung.