Der Iran macht die USA für den erneuten Verschluss der strategisch wichtigen Seestraße von Hormus verantwortlich, da sie an einer Blockade festhalten. Präsident Trump könnte auf eine Pressekonferenz am heutigen Freitag (15:00 Uhr MESZ) mit Vorwürfen gegen den Iran reagieren, so wie er es während des Konflikts häufig getan hat. Obwohl das Thema der Konferenz ursprünglich nicht auf den Nahost-Konflikt abgestimmt war, könnte sich Trump dennoch dazu äußern, da die Situation rund um den Iran im Zentrum steht.
Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO berichtet von einem Beschuss eines Tankers 20 Seemeilen nordöstlich des Oman. Laut Berichten führten zwei Kanonenboote, die mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen, das Feuer ohne vorherige Warnung aus. Der Kapitän bestätigte, dass es keine Gefahr für das Schiff und seine Besatzung gegeben habe.
Die Frage nach einer weiteren Runde der Gespräche steht im Raum. Während Erwartungen auf einen Termin in Islamabad gerichtet waren, wo sich bereits Medienvertreter registrieren, sind die Planungen aus dem Weissen Haus noch nicht abgeschlossen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete jedoch, dass eine Teilnahme der Iraner an einer weiteren Verhandlungsrunde noch nicht bestätigt ist.
Die aktuell gültige Waffenruhe läuft am Mittwoch aus und war bereits vorher instabil, da gegenseitige Anschuldigungen zwischen Washington und Teheran bezüglich der Nicht-Einhaltung von Vereinbarungen im Umlauf waren. Trump kritisierte die Iraner für die nicht sofortige Wiederherstellung freier Schifffahrt in der Strasse von Hormus, während der Iran eine Feuerpause im Libanon als Vorbedingung nannte.
Es gibt Hinweise auf Meinungsverschiedenheiten zwischen der politischen Führung und dem Militär. Nach einer Eröffnungserklärung des Aussenministers Abbas Araghtschi wurde seine Zusage kurz darauf vom Militär revidiert, was die Macht der Revolutionsgarden unterstreicht. Der Nachrichtendienst Fars distanzierte sich von Araghtschi, und Verwirrung breitete sich in der iranischen Gesellschaft aus.
Der Revolutionsführer Modschtaba Chamenei übt normalerweise die letzte Entscheidungsmacht im Bereich der Aussen- und Sicherheitspolitik aus. Seit seiner Ernennung am 8. März gibt es jedoch keine öffentlichen Aufnahmen von ihm, was über seinen Gesundheitszustand Spekulationen zulässt.
Die Meerenge ist für rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels bedeutend und stieg in den letzten Tagen erheblich im Preis an. Das iranische Militär sowie die politische Führung machen deutlich, dass sie keine unbedingten Zugeständnisse bei der Öffnung der Passage akzeptieren werden.