Obersimmental-Saanenland, 18.04.2026 – 16:00
Die bevorstehende Ski-Saison hat mit einem beeindruckenden Rekord bei den Magic Pass-Verkäufen begonnen. Mit 321’400 verkauften Berg-Pässen in der Saison 25/26, konnte ein neuer Höchststand erreicht werden. Trotz des Ziels einer stabilen Abonnentenzahl verzeichnete das Angebot bereits im ersten Monat der Verkaufsphase für die nächste Saison 341’000 Abo-Verkäufe bis Anfang April. Die Herausgeber erwarten nun bis zu 400’000 verkauften Abos ab dem 1. Mai, Beginn der Saison 26/27.
Einigen Ski- und Wanderfans bereitet dies Kopfzerbrechen: Sie befürchten noch mehr Menschenmassen auf den Pisten und steigenden Andrang in den Skigebieten. Sébastien Travelletti, Direktor von Magic Pass, erläutert gegenüber Nau.ch, dass bereits vor der Einführung des Magic Pass an fünf bis zehn Tagen im Winter ein erhöhter Besucherandrang verzeichnet wurde und dies auch weiterhin der Fall sei. Für die nächste Saison rechnet man mit sechs Tagen, an denen mehr als 70’000 Kunden gleichzeitig unterwegs sind, was auf eine bessere Verteilung über den Winter hinweist.
Silvio Sticher von der Hochschule Luzern sieht in einer erhöhten Grundauslastung durch die Magic-Pass-Abos sowohl Chancen als auch Risiken. Kleine Skigebiete könnten von ihrer vorhandenen Infrastruktur profitieren, während das Phänomen des Gedränges sich nicht nur auf den Pisten, sondern auch im Straßenverkehr zu den Skigebieten bemerkbar machen könnte.
Tourismus-Forscher Romano Wyss betont, dass die Anzahl der gesamten Skitage über den Alpenraum seit den 1990er Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen ist. Angebote wie Magic Pass bieten kleineren Destinationen eine Gelegenheit, ihre Kundenbasis zu halten oder sogar leicht auszubauen. Beispielsweise profitieren die Freiburger Voralpengebiete von einer höheren Besucherzahl aus dem Berner Raum.
Trotz der Rekordverkäufe bei Magic Pass äußert Ski-Legende Mike von Grünigen keine Sorgen über mögliche Überlastungen. Der zweifache Riesenslalom-Weltmeister und 23-fache Weltcupsieger sieht den Tourismus als Lebensader für seine Region Gstaad, wo er oft zu Besuch ist. Er hebt die positiven Effekte des Magic Pass hervor, der es ermöglichte, die weniger frequentierten Zeiten im Januar und März rentabel zu machen.
Von Grünigen räumt ein, dass gelegentlich Wartezeiten entstehen könnten, aber betont, dass diese kaum ins Gewicht fallen. Auch er stellt persönliche Interessen manchmal zurück, um den positiven Effekten des Angebots Rechnung zu tragen. Er verweist darauf, dass in seiner Kindheit längere Wartezeiten an Bergbahnen keine Seltenheit waren.
Magic Pass blickt optimistisch nach vorne und prognostiziert ein Potenzial von rund 500’000 Kunden im größeren Netzwerk der Schweizer Skigebiete.