Trotz gegenseitiger Erklärungen zur Öffnung der Strasse von Hormuz durch die USA und den Iran kam es am Samstag zu Angriffen auf zwei Handelsschiffe. Die US-Regierung plant nun, in internationalen Gewässern iranische Schiffe mit Öl und Waffen anzuhalten.
Die behauptete Öffnung der Strasse von Hormuz ist gescheitert, nur einen Tag nach Ankündigungen durch Iran und USA am Freitag. Am Samstag griffen iranische Streitkräfte ein Tank- und ein Containerschiff an. Laut der britischen Maritime Traffic Organization (UKMTO) eröffneten iranische Kanonenboote das Feuer auf einen Tanker, als dieser die Meerenge passierte, gefolgt von Beschuss eines Containerschiffs, wobei mehrere Container beschädigt wurden. Daraufhin drehten weitere Schiffe um, wie maritime Tracking-Daten zeigen.
Das iranische Militär erklärte am Samstagmorgen, dass die Strasse von Hormuz nun streng kontrolliert werde und ihren vorherigen Zustand wieder eingenommen habe, obwohl der iranische Aussenminister zuvor die vollständige Öffnung verkündet hatte. Dies wurde vom damaligen US-Präsidenten Trump begrüsst, was positive Reaktionen an den Aktienmärkten und eine Senkung des Erdölpreises nach sich zog.
Iran rechtfertigte die Angriffe mit dem Vorwurf, dass die USA das Vertrauen wiederholt untergraben hätten, insbesondere durch deren Wunsch, Militärschiffe in der Region zu belassen, bis ein Friedensabkommen erreicht sei. Iran fordert hingegen den sofortigen Abzug der US-Schiffe und erklärte am Freitagabend, dass Schiffe die Meerenge nicht passieren dürfen, solange die amerikanische Seeblockade anhalte.
Das US Central Command berichtet, dass es bereits 23 Schiffe zurückgewiesen hat, die versuchten, mit iranischem Öl durch die Strasse von Hormuz zu fahren. Washington reagierte zunächst nicht auf die Angriffsmeldungen am Samstagmorgen. Es bleibt unklar, ob die USA an den geplanten Friedensverhandlungen am Montag in Pakistan teilnehmen werden. Die Waffenruhe zwischen Iran und den USA endet kommenden Mittwoch.
Laut dem “Wall Street Journal” plant das US-Militär, Öltanker und Handelsschiffe mit Verbindungen zum Iran weltweit zu beschlagnahmen, um den Druck auf Teheran zu erhöhen. Diese Schiffe transportieren iranisches Öl oder Waffen für das Regime in internationalen Gewässern. Die Aktionen sollen in Kürze beginnen und könnten die geografischen Grenzen des Konflikts erweitern, um den wirtschaftlichen Druck auf Iran zu steigern. Zentrale Streitpunkte bleiben die iranische Atomprogramm und der Zugang zur Strasse von Hormuz. Eine ähnliche Strategie hatte Washington bereits bei Venezuela angewendet.