Im Nachholspiel setzt der FC Thun erneut ein Ausrufezeichen und ist de facto schon Schweizer Meister, falls sie am folgenden Samstag auch gegen den FC Lugano gewinnen. Viele hätten vermutet, dass der bald abgelöste Schweizer Meister FC Basel die Krönung des neuen Champions hinauszögern möchte – eine Gelegenheit bot sich im ausverkauften Stadion von Thun. Doch daraus wird nichts: Die Basler erleben stattdessen eine vorzeitige Krönung, leisten dem Gegner Beifall und verlieren mit 1:3, wodurch sie nun 21 Punkte hinter dem Leader liegen.
Die Berner Oberländer haben somit am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den FC Lugano alles in der eigenen Hand. Gewinnt Thun auch dieses Spiel, ist der Meistertitel nicht mehr zu nehmen – unabhängig vom Ergebnis des Tabellenzweiten FC St. Gallen beim Auftakt zum letzten Viertel der Meisterschaft in Bern gegen YB.
Es ist bemerkenswert, wie reibungslos der FC Thun auf seinen größten Erfolg zusteuert und damit die größte Überraschung der Super League-Geschichte schreibt. Basel kann wenig entgegensetzen, genauso wenig Bern, St. Gallen hat seine Probleme, ganz zu schweigen von Zürich, das in diesen Wochen im sportlichen Tief steckt.
Das Spiel gegen den FC Basel zeigt erneut, dass Basels Team nicht auf der Höhe ist. Dazu kommt ein Thuner Team, das auch bei einem schlechten Tag gewinnt. Die drei Treffer teilen sich Christopher Ibayi, Michael Heule und Elmin Rastoder auf, wobei Kastriot Imeri als Vorbereiter zweimal beteiligt war.
Der Sieg hat zudem etwas von Normalität, vor allem da Thun-Goalie Niklas Steffen die wenigen Angriffe der Basler abwehrt. Die Entwicklungen fügen sich zusammen: Während Thun den Meistertitel im Blick hat, muss Basel Verletzungen lecken. Bilder zeigen eine baselische Führungsetage vor Ungläubigkeit erstarrt oder kopfschüttelnd – auch Trainer Stephan Lichtsteiner ist zugegen, der wegen vier Verwarnungen pausieren muss.
Der FC Thun zieht unaufhaltsam davon, während Basel zusehen muss. Wer dies vor einem Jahr hätte prophezeien wollen, wäre als Phantast abgetan worden.