Unser Autor befand sich mitten in der Arbeit an einer Biografie über Michael Jackson, als dieser verstarb. Die Veröffentlichung des Films “Michael” ab nächster Woche löst gemischte Reaktionen aus.
Nach acht Jahren seit seinem letzten Album und zwölf seit seiner letzten Tournee war Michael Jackson 2005 in allen Anklagepunkten des Kindesmissbrauchs freigesprochen worden. Danach lebte er zurückgezogen, umgeben von Gerüchten über finanzielle Schwierigkeiten und Gesundheitsprobleme. Die überraschende Ankündigung seiner Pressekonferenz im März 2009 war eine Sensation.
Ich nahm als Journalist an der Veranstaltung in London teil: Jackson verkündete seine letzten zehn Konzerte in England und verabschiedete sich mit den Worten “this is it”. Kurz darauf wurde ich von einem österreichischen Verlag angesprochen, ob ich eine Biografie über ihn schreiben wolle. Ich stimmte zu – nur um festzustellen, dass Jackson am 25. Juni 2009 verstarb und Fan-Organisationen meinen Entwurf boykottierten.
Jacksons Tod berührte mich mehr, als ich zunächst dachte: Seine Geschichte hatte mich während der Recherche stark beeindruckt. Der erste Teil des Biopics “Michael” zeigt nun seinen Aufstieg bis 1984 und wird vom Jackson Estate produziert. Kritiker vermuten, dass der Film die Kontroverse um seine Person ausklammert.
Jackson wurde am 29. August 1958 in Gary, Indiana, geboren. Sein Vater Joe förderte das musikalische Talent der Kinder streng. Mit sechs Jahren trat Michael erstmals auf und hatte einen schnellen Aufstieg: Der Erfolg des Albums “Thriller” von 1982 veränderte sein Leben grundlegend.
Seine Neverland-Ranch im kalifornischen Santa Ynez Valley wurde zu einem Märchenschloss, doch finanzielle Probleme zwangen ihn schließlich zur Rückkehr auf die Bühne. Nach seinem Tod wurden seine Schulden auf 500 Millionen Dollar geschätzt, während sein Erbe auf 2 Milliarden anwuchs.
Meine Biografie “Black or White” wurde zum Bestseller und brachte mich näher zu seinen Fans: Sie erzählten mir von Jacksons besonderer Beziehung zu ihnen. Trotz der Missbrauchsvorwürfe, die seine Karriere überschatten, bleibt sein Einfluss unvergessen.
Die BBC-Dokumentation “Michael Jackson: An American Tragedy” und das Dokudrama “Leaving Neverland” beleuchten diese Vorwürfe. Auch wenn Gerichtsurteile ihn freigesprochen haben, halten die Kontroversen um seine Person an.
Hanspeter Künzler veröffentlichte 2025 eine erweiterte Ausgabe seiner Jackson-Biografie und ein weiteres Buch über das Phänomen “Michael-Jackson-Fan”. Der Spielfilm “Michael”, inszeniert von Antoine Fuqua, startet am 23. April im Kino.