Jordan Bardella gilt als Favorit für die französische Präsidentschaft im kommenden Jahr. Jetzt hat er seine Beziehung zu der italienischen Adligen Maria Carolina von Bourbon-Sizilien öffentlich gemacht, was politisch riskant ist.
Im Januar löste eine Berichterstattung in «Le Monde» über Bardellas neue Freundin Empörung im Rassemblement national (RN) aus. Das Blatt hatte die Verbindung zur Hochadeligen erstmals publik gemacht und die Frage aufgeworfen, ob dies Bardellas Image als Volksvertreter schaden könnte.
RN-Abgeordnete kritisierten den Artikel als “militanten” Angriff mit “sozialer Verachtung”. Sie sahen es als Eingriff in die Privatsphäre Bardellas. Der 30-Jährige selbst reagierte gelassen: Er bestätigte seine Beziehung und fühlte sich geschmeichelt von der Attacke einer linken Zeitung.
Drei Monate später hat er öffentlich seine Liaison mit Prinzessin Maria Carolina bestätigt, nachdem «Paris Match» Anfang April Bilder veröffentlicht hatte. Dort waren die beiden beim Spazieren auf Korsika abgelichtet; Bardella im dunkelblauen Pullover und sie in einer taillierten Bluse.
«Paris Match» beschrieb das Paar mit romantischen Worten, während RN-Kreise einräumten, dass es sich nicht um eine Paparazzi-Aktion handelte. Jean-Philippe Tanguy, ein Vertrauter von Marine Le Pen, betonte, die Beziehung zeige, dass Politiker aus einfachen Verhältnissen aufsteigen können. Die Partei kritisiere nicht die Aristokratie, sondern eine korrupte Elite.
Maria Carolina ist Herzogin von Kalabrien und Palermo und gilt als symbolische Erbin des Hauses Bourbon-Sizilien mit Wurzeln bis zu Ludwig XIV., dem “Sonnenkönig”. Als Mode-Influencerin lebt sie zwischen Rom, Paris und Monaco, bewirbt Luxusmarken und hat ein Penthouse in Paris.
Bardellas Umfeld zeigte zunächst Sorgen über den Einfluss der Beziehung auf sein Image als harter Junge aus Pariser Arbeitervorort. Nun soll er aber auch bürgerliche Milieus erreichen, die dem früheren Front national skeptisch gegenüberstanden. Am Montag traf Bardella sich mit Vertretern des französischen Arbeitgeberverbandes Medef.
Zu den Interessierten an einem Dialog mit ihm gehört Bernard Arnault, Eigentümer von LVMH, zu dem auch «Paris Match» gehört. Für die rechte Influencerin Emmanuelle Gave ist Bardellas Beziehung ein Glücksfall, da er dadurch im “snobistischen” Bürgertum akzeptabler wird.
Vincent Trémolet de Villers vom «Figaro» meint, dass in Frankreich Nostalgie und schlechtes Gewissen über die Entthronung von 1793 bestehen. Es heißt, Bardella plane eine Hochzeit in der Basilika von Saint-Denis, wo französische Könige ruhen. Dies könnte auch Wähler aus einfachen Verhältnissen ansprechen.