Die Feinstaubbelastung hat sich im Jahr 2025 leicht erhöht, wie die vorläufige Auswertung des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe NABEL zeigt. Das Bundesamt für Umwelt erklärt, dass jährliche Schwankungen oft wetterbedingt sind und durch Ereignisse wie Waldbrände oder Saharastaub beeinflusst werden.
Feinstaub besteht aus primären Partikeln, die bei Verbrennungsprozessen entstehen, sowie sekundären Partikeln, die sich in der Luft bilden. Man unterscheidet zwischen PM10 und PM2.5 – Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 bzw. 2,5 Tausendstel-Millimeter.
Laut Martin Röösli, Professor für Umweltepidemiologie an der Universität Basel, haben viele Massnahmen zu einer Reduktion der Feinstaubbelastung geführt. Aktuell zeigt sich jedoch eine Stagnation, besonders bei Holzfeuerungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2021 ihre Grenzwerte für PM2.5 von 10 auf 5 Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt.
Die Luftqualität wird auch durch Ozon und Stickstoffdioxid beeinflusst, wobei letzteres seit 1990 abnimmt. Der Rückgang bei der Ozon-Belastung ist hingegen geringer. Schweizer Gesetze orientieren sich noch an den WHO-Grenzwerten von 2005. Das Bundesamt für Umwelt prüft nun eine Anpassung an die neuen WHO-Empfehlungen, wie es auch die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene vorschlägt.
Feinstaub wird als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko betrachtet und soll jährlich über 2000 Todesfälle in der Schweiz verursachen. Markus Kalberer, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Universität Basel, betont die medizinischen Vorteile einer Halbierung der Feinstaubgrenzwerte.
Laut dem «World Quality Report» von IQAir liegt Bern im internationalen Vergleich auf Rang 30 der Hauptstädte. Die WHO-Grenzwerte werden kaum in einem Land eingehalten.