Ab dem Jahr 2032 wird der Kampfflugzeugtyp F-35A über Emmen stationiert sein. Dies gab das Bundesamt für Rüstung Armasuisse zusammen mit dem Verteidigungsdepartement (VBS) bekannt. Der Einsatz dieses Jets, der bisher in Payerne und Meiringen getestet wurde, löste Debatten aus, da er laut Experten lauter ist als die bisherigen F/A-18 und F-5 Kampfflugzeuge.
Durch den Wechsel sind die Anwohner besorgt über eine erhöhte Lärmbelastung. Obgleich der F-35A voraussichtlich nur etwa 1090 bis maximal 1350 Flüge pro Jahr durchführen wird, im Vergleich zu rund 3600 mit den bisherigen Jets, ist jedes einzelne Fluggeräusch intensiver. Die Armee plant, diesen Umstand durch vermehrtes Simulatortraining der Pilotinnen und längere Trainingsflüge auszugleichen.
Um die Belästigung für die Bevölkerung zu minimieren, wird die Luftwaffe an Montagen morgens sowie an Freitagnachmittagen auf den Einsatz von F-35A verzichten. An Wochenenden sind Trainingsflüge üblicherweise nicht vorgesehen; allerdings können im Bedarfsfall jederzeit auch unangekündigte Einsätze stattfinden. Im Ernstfall wird der Betrieb hauptsächlich aus Payerne und Meiringen erfolgen.
Zusätzlich sollen bei Gebäuden, die über dem Lärm-Grenzwert liegen, Schallschutzfenster eingebaut werden. Die Kosten für diese Maßnahme trägt der Bund vollständig. Ein Kredit von 30 Millionen Franken ist für diesen Zweck über die Armeebotschaft 2026 beantragt worden; davon entfallen 25,2 Millionen auf Emmen. Bereits in früheren Projektphasen wurden einige Schallschutzfenster eingebaut.
Der Bund plant ab 2027 mit der Installation neuer Fenster zu beginnen, wobei zunächst vor Ort Aufnahmen zur genauen Bestimmung betroffener Gebäude gemacht werden. Der Bau erfolgt jedoch nur innerhalb des definierten Schallschutzperimeters.
Peter Lerch vom Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen begrüßt die geplanten Maßnahmen, sieht sie aber als unzureichend an. Er betont, dass eine tiefgreifende Analyse des Lärmmonitorings zur Optimierung von Flugverfahren notwendig sei.
Die Gemeinde Emmen zeigt sich mit den Plänen ebenfalls nicht zufrieden und fordert finanzielle Entschädigung vom Bund, um negative Auswirkungen auf die Lebensqualität zu kompensieren. Insbesondere sollen Mittel für die Sanierung der Badi Mooshüsli bereitgestellt werden.
Vor dem Start des neuen Trainingsregimes und den Maßnahmen müssen einige Dokumente des VBS geändert werden, darunter der Sachplan Militär sowie das Betriebsreglement. Beide Verfahren sollen Mitte Mai 2026 öffentlich diskutiert werden. Der Schutzverband Emmens sowie die Gemeinde haben ihre Teilnahme angekündigt.
Zusätzlich zu diesen Planungen führt das VBS Informationsveranstaltungen in der Region durch, um betroffene Bürger direkt einzubeziehen.