Mit einer enttäuschenden 1:2-Niederlage hat Arsenal seinen Spitzenplatz in der Premier League eingebüßt, was den zweiten Platz in Gefahr bringt. Britische Kommentatoren führen dies auf die Nervenstärke des Teams zurück.
Der April stellt für Arsenal FC unter Trainer Mikel Arteta eine statistisch schwierige Zeit dar. Seit seiner Übernahme im Dezember 2019 zeigt der Klub in diesem Monat die schlechteste Bilanz; seine Siegquote fällt von einem sonstigen Durchschnitt von 63 Prozent auf nur 44 Prozent, wie eine Analyse von “The Sun” enthüllte.
In dieser Saison scheint sich dieses Muster fortzusetzen. Nach einer Niederlage im FA-Cup-Viertelfinale gegen den Zweitligisten Southampton und einem mühsamen Einzug ins Champions-League-Halbfinale verlor Arsenal nun erstmals seit fast zweieinhalb Jahren zwei Premier-League-Spiele in Folge – zu Hause gegen AFC Bournemouth und zuletzt bei Manchester City.
Das enttäuschende 1:2 hat den Abstand von Arsenal an der Tabellenspitze reduziert. Der Verfolger Manchester City, bei einem Spiel weniger, liegt nur noch drei Punkte dahinter mit besseren Torverhältnis und könnte am Mittwoch beim FC Burnley überholen. Dies würde bedeuten, dass die Londoner erneut auf den zweiten Platz abrutschen könnten – zum vierten Mal in vier Jahren.
Manchester City-Fans skandierten spöttisch “Second again, olé, olé” nach dem direkten Duell, was auf das fast obsessiv anmutende Streben Arsenals hinweist, erstmals seit 22 Jahren die Meisterschaft zu gewinnen. Der Vorwurf einer Nervenschwäche von Artetas Team wurde unterstrichen, als Arsenal in der zweiten Halbzeit gegen Manchester City mehrere Chancen ungenutzt ließ. Erling Haaland traf zum 2:1 (65.), nachdem Kai Havertz Manchesters Rayan Cherki ausgeglichen hatte. Die Unzufriedenheit zeigte sich auch, als Gabriel Magalhães nach einem Streit mit einer Kopfnuss gegen Haaland auffiel und ohne Platzverweis davonkam.
Insgesamt zeigt Arsenal in seinen letzten sechs Pflichtspielen nur ein Sieg. Die frühere Sicherheit ist verschwunden; das Team scheint ungeduldig zu werden, was sich auf dem Feld in einer überdrehten und fehleranfälligen Spielweise widerspiegelt – als ob man versuche, den Erfolg mit unnötiger Offensivität herbeizuführen. Manchester City nutzte diese Schwäche aus, indem es einen schnellen Abwurf von Gianluigi Donnarumma konterte.
In der Vergangenheit war Arsenal bekannt für seine Unverletzlichkeit gegenüber Kritik an seinem pragmatischen Spielstil. Unter Arteta entwickelte sich eine Mannschaft, die als Gegenentwurf zu den Stilen von Liverpool FC und Manchester City galt. Die Gunners konnten flexibel agieren, insbesondere nach Standardsituationen – ein Vorbild für andere Teams.
Früher waren Partien gegen Arsenal anstrengend; einige Spiele erinnerten an die Zeit von Atlético Madrid unter Diego Simeone, jedoch mit mehr Qualität. Diese Dominanz prägte die Saison bis ins Frühjahr hinein, wie Brighton & Hove Albions Trainer Fabian Hürzeler nach einer Niederlage kritisierte: “Das ist kein Fussball.” Trotz späterer Entschuldigung fand diese Kritik Anklang.
Arsenal muss nun die Ruhe bewahren und den nächsten Rückschlag gegen Manchester City verarbeiten. Nach der League-Cup-Niederlage vor einem Monat könnte dieser Misserfolg, ähnlich wie Manchesters überschwängliche Feier, Arsenals Kampfgeist wecken. Arteta betonte: Sein Team habe “vollen Glauben” daran, erfolgreich zu sein.
Sollten die Gunners den April überstehen, könnte der Mai für sie günstig verlaufen; dort erreichte Arteta mit Arsenal eine hohe Siegquote.