Unter dem Motto “Global Progressive Mobilisation” fand ein bedeutender Kongress in Barcelona statt, bei dem sich unterschiedliche politische Strömungen versammelten. Trotz anhaltender Widersprüche erlebte das Treffen einen beachtlichen Erfolg. Anwesend waren etwa 6.500 Teilnehmer, die während der Rede von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez mit Standing Ovations auf ihn reagierten. Sánchez verkündete: “Die Zeit des beschämenden Rückzugs gegenüber selbstbewussten Rechtspopulisten ist vorbei. Ab heute heißt es für uns: Stolz!”.
Das Treffen, das ursprünglich im Herbst stattfinden sollte, wurde auf April vorgezogen und zog Politiker wie lateinamerikanische Populisten, US-Demokraten und europäische Sozialdemokraten an. Der Kongress wurde als Plattform genutzt, um eine Front gegen den Trumpismus zu bilden und globale Strategien zu entwickeln. Auch bilaterale Gespräche fanden statt, so zwischen Sánchez und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum – die ersten seit acht Jahren.
Sánchez wird als letzte Bastion der Sozialdemokratie in einer größeren EU-Nation gefeiert. Seine Überzeugungskraft inspirierte viele Teilnehmer, selbst wenn konkrete Siege noch ausstehen. “Lasst euch nicht täuschen”, rief Sánchez: “Die ultrarechte Internationale schreit nur, weil sie spürt, dass ihre Zeit zu Ende geht.” Die politische Lage stand im Zentrum der Gespräche auf dem Kongress. Hinter sich ließen die Teilnehmer unter anderem Viktor Orban’s Wahlniederlage und Donald Trumps Skandale mit dem Papst.
Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, geschwächt durch eine Niederlage bei einem Justizreferendum, distanziert sich nun von der radikalen Maga-Bewegung. Gleichzeitig wurde bekannt, dass einer Kundgebung europäischer Rechtspopulisten in Mailand nur wenige Tausend Menschen folgten.
In Spanien selbst bildeten die konservative PP und die rechtspopulistische Vox eine umstrittene Koalition in Extremadura. Diese Entscheidung, Einheimischen Vorrang bei staatlichen Leistungen zu geben, wurde von Isabel Díaz Ayuso, Präsidentin der Region Madrid, kritisiert. Die Verfassungsmäßigkeit dieses Plans ist fraglich, zeigt aber den zunehmenden Diskurseinfluss rechter Gruppen.
Die globale Linke auf dem Kongress versuchte, eigene Widersprüche zu übergehen und setzte sich für Frieden ein. Vor der Halle trugen Aktivisten rote Kappen mit der Aufschrift: “Make love not fascism”. Der Name Wladimir Putins wurde bewusst vermieden, da ihm von den Lateinamerikanern eine weniger kritische Sicht entgegengebracht wird als in Europa.
Die konkreten Botschaften des Kongresses beschränkten sich hauptsächlich auf Forderungen nach Reformen der UNO, um deren Unabhängigkeit zu stärken. Dennoch verlieh Sánchezs optimistische Abschlussrede den Teilnehmern neues Selbstvertrauen: “In Barcelona hat alles begonnen.”