Am frühen Donnerstagmorgen, um kurz nach 8 Uhr, machten sich sechs Retter im Morgennebel auf Booten auf den Weg zu dem gestrandeten Tier. Sie überprüften seinen Zustand und erneuerten ein nasses Tuch auf seinem Rücken, wie eine Übertragung von «News5» zeigte. Experten sind sich einig: Der Buckelwal ist schwer krank und stark geschwächt. Ein Walexperte zusammen mit zwei Veterinärmedizinerinnen nahmen am Vortag Kontakt zu dem Tier auf. Sie stellten fest, dass er ansprechbar war, wie die Sprecherin der Rettungsaktion berichtete. Das Blasrohr des Wals scheint intakt und zeigt keine Entzündungszeichen, während das Meeressäuger keine Anzeichen von Aufregung zeigte.
Heute soll versucht werden, den tonnenschweren Wal mit Luftkissen anzuheben. Zunächst muss jedoch der Meeresboden unter ihm entfernt werden, da er seit über zwei Wochen dort feststeckt. Der Plan sieht vor, das Tier auf einer Plane zwischen zwei Pontons zu lagern. Sollte alles gut verlaufen, wird ein Schlepper die empfindliche Fracht in tiefere Gewässer der Ostsee und weiter durch Kattegat und Skagerrak bis zur Nordsee ziehen, um schließlich den Atlantik zu erreichen. Dort könnte der Wal seine Freiheit wiedererlangen.
Boris Culik, ein Meeresbiologe mit Erfahrung am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, äußerte sich optimistisch über den Rettungsversuch. Er sieht die geplanten Maßnahmen als vielversprechend an, jedoch bleibt das Hauptproblem bestehen: das Netz im Maul des Wals. Culik betonte: «Ohne Befreiung von diesem Netz ist es unmöglich, dass er sich ernähren und erholen kann.»
Die Initiative zur Rettungsaktion geht auf Walter Gunz, Gründer von Mediamarkt, und Karin Walter-Mommert, eine Unternehmerin aus dem Pferdesportbereich, zurück. Sie finanzieren und organisieren die Aktion unter Zustimmung der Behörden in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an den Plänen zur Rettung des Wals, da er nach ihren Informationen krank und geschwächt ist, so eine Sprecherin.
Quelle: SRF 4 News, 17.04.2026, 5 Uhr; sda/dpa/stol; hosb; noes