Seit dem Militärputsch im Jahr 2021 ist die ehemalige De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi, 80 Jahre alt, in Haft. Sie wurde zu einer Gesamtstrafe von 27 Jahren verurteilt wegen Vorwürfen, die ihre Unterstützer als politisch motiviert ansehen. Unklar bleibt, ob sie den Rest ihrer Strafe im Hausarrest verbüßen wird; dies teilte ihr Anwalt mit. Eine Stellungnahme der Regierung gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Ein Bericht von Channel News Asia deutet darauf hin, dass verstärkte Sicherheitsmaßnahmen vor Suu Kyis Haus die Möglichkeit ihrer Verlegung in den Hausarrest nahelegen könnten. Ex-Präsident Win Myint wurde gleichzeitig mit ihr festgenommen und später zu mehr als neun Jahren Haft verurteilt.
Im Rahmen der jüngsten Massenamnestie wurden etwa 4300 Inhaftierte sowie 179 Ausländer freigelassen. Bei dem berühmten Insein Gefängnis in Yangon warteten zahlreiche Angehörige auf Informationen über ihre Verwandten. Unter den Freigelassenen soll sich auch die Dokumentarfilmerin Shin Daewe befinden, die 2024 lebenslang verurteilt wurde.
Die Junta hat in der Vergangenheit wiederholt Tausende Häftlinge während wichtiger Feiertage begnadigt. Diese neueste Amnestie fällt mit politischen Umbrüchen zusammen: Im Dezember und Januar führte das Militär eine umstrittene Wahl durch, bei der die von ihnen unterstützte Union Solidarity and Development Party (USDP) erwartungsgemäß siegte.
Im April wählten die vom Militär kontrollierten Parlamentarier den Armeechef Min Aung Hlaing zum Präsidenten. Diese Entscheidung wird international kritisiert und als Scheindemokratie angesehen, um die Macht des Militärs zu festigen.
Myanmar ist seit dem Putsch in einer tiefen Krise gefangen. Das Militär übernahm damals die Kontrolle und löste landesweite Proteste sowie einen andauernden bewaffneten Konflikt aus. Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand prägen das Land seitdem.
Quelle: SRF 4 News, 17.04.26, 9 Uhr; dpa/reuters/schp; hosb; noes