Wo früher das Zentrum der Schönstatt-Bewegung stand, sollen nun Wohnungen entstehen. Diese Pläne der Patres, ihr Kloster Berg Sion in Horw umzubauen, beinhalten eine Fortführung religiöser Aktivitäten und stoßen auf gemischte Reaktionen.
Die Schönstatt-Patres haben vor, das ehemalige Zentrum ihrer Bewegung in der Schweiz zu einem Wohnhaus mit zwölf Wohnungen umzuwandeln. Das Baugesuch liegt öffentlich aus. Trotz der Umfunktionierung planen die Patres, den Ort weiterhin religiös zu nutzen und erwarten von den zukünftigen Bewohnern eine Teilnahme am gemeinschaftlichen Glaubensleben.
Ehemals Residenz von 23 Patres, wird das Gebäude heute nur noch von einer kleinen, alternden Gemeinschaft genutzt. Die Patres möchten sich in eine der geplanten Wohnungen zurückziehen und den Rest vermieten. Ziel ist es, christliches Zusammenleben zu fördern: Gruppen der Schönstatt-Bewegung sowie Pfarreien sollen weiterhin Raum für Gottesdienste finden.
Die internationale katholische Bewegung setzt sich für eine christliche Gesellschaftsordnung ein und hat ihre Wurzeln in einer Liebesbündnis-Feier von 1914. Die Mission der Gruppe betont das Christsein im modernen Leben und die Förderung einer Kultur der Liebe.
Trotz der positiven Absichten stieß das Projekt auf Widerstand, insbesondere wegen Verkehrsbedenken. Anwohner befürchten eine Zunahme des Verkehrs und betonen den Schutz von Erholungsgebieten. Ein Mobilitätskonzept, welches Velofahrer und Fußgänger bevorzugt, soll diese Bedenken mildern.
Das Gebäude selbst wurde 1976 bis 1978 erbaut und ist als schützenswertes Denkmal eingestuft. Der Umbau muss daher die Denkmalpflege berücksichtigen. Das Bauprojekt beinhaltet eine Nextbike-Station und ein Carsharing-Programm, um den Verkehr zu minimieren.
Quellen: Schriftlicher Austausch mit den Schönstatt-Patres, aufliegendes Baugesuch der Gemeinde Horw, kantonales Denkmalverzeichnis, Website der Schönstatt-Bewegung und Artikel der Luzerner Zeitung.