Tausende Menschen versammelten sich am Zürcher Frühlingsfest, um das traditionelle Böögg-Verbrennen zu erleben. Unter den Ehrengästen befanden sich Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Sängerin Beatrice Egli und Eishockey-Legenden wie Mark Streit sowie Andres Ambühl. Auch der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain zählte zur illustren Gästeliste.
Die Präsenz des Bundesrates war diesmal mit nur einer Person schwach, während 2025 noch vier Mitglieder anwesend waren. Gaudenz Domenig, Präsident des HC Davos, nahm sich Zeit für das Fest vor seinem Teamspiel gegen Fribourg-Gottéron am Abend. Auch Armeechef Benedikt Roos trat den Marsch zum Sechseläutenplatz an.
Graubünden als Gastkanton war stark vertreten, mit dem gesamten Regierungsrat und Persönlichkeiten wie Ständeratspräsident Stefan Engler und Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal. Schwingerkönig Armon Orlik lief in den Reihen der Bündner, während sein Bruder Curdin als Ehrengast fungierte.
Auf dem Lindenhof wurde ein Festzentrum eingerichtet, wo man Bündner Spezialitäten und traditionelle Handwerke erleben konnte. Der Bergkanton investierte rund eine halbe Million Franken in die Präsentation, wie OK-Chef Marcus Hassler erklärte.
Ein Highlight war der Auftritt eines humanoiden Roboters, der auf den Tech Summit in Davos hinwies und sich unter den menschlichen Teilnehmern bewegte. Einige Stadtzünftler fuhren auf Hochrädern entlang der Tramgleise, während die Reiter sicherer wirkten.
Am Sechseläutenplatz wartete das Publikum gespannt darauf, dass der Böögg in Brand gesteckt wurde. Bei einer Brenndauer von 18 Minuten und 48 Sekunden prophezeit er einen milden Sommer. Die Zuverlässigkeit des Wetterorakels ist jedoch umstritten.
In früheren Jahren dauerte es bis zu 57 Minuten, bevor der Böögg explodierte, während es 1968 und 1971 nur fünf Minuten waren. Eine Brenndauer von sechs Minuten gilt als Indikator für einen schönen Sommer, mehr als 15 Minuten deuten auf einen schlechten hin.
MeteoSchweiz hat jedoch gezeigt, dass der Böögg kaum als Wettervorhersage dient; die Zusammenhänge zwischen Brenndauer und Sommertemperaturen sind nicht nachweisbar. Auch gab es Unregelmäßigkeiten wie 1921, als ein Junge den Böögg zu früh anzündete oder mehrfach Fälle, in denen der Böögg vom Stapel fiel.
Beim Kinderumzug am Samstagnachmittag marschierten rund 3000 Kinder teilweise aus Graubünden, verkleidet als Heidi und andere Figuren. Für die Zuschauer gab es Nussgebäck zum Mitnehmen.