Erste Ergebnisse zeigen einen drastischen Rückgang der Zustimmung für die Labour-Partei in traditionellen Hochburgen Mittel- und Nordenglands sowie Teilen Londons. Dies erhöht den Druck auf Starmer zwei Jahre nach seinem überwältigenden Wahlsieg.
Nach Auszählungen von 29 Bezirken in England konnte sich Nigel Farage’s Reform-Partei mit mehr als 200 gewonnenen Mandaten in kommunalen Gremien behaupten. Labour verlor dagegen über 150 Sitze und die Konservativen büßten ebenfalls Dutzende Mandate ein.
In manchen Regionen erlitt Labour komplett Niederlagen: In Tameside im Großraum Manchester verfehlte Labour nach fast 50 Jahren die Kontrolle über den Stadtrat, da Reform UK alle 14 Sitze gewann. Auch in der Bergbaustadt Wigan musste Labour 20 Mandate an Farage’s Partei abgeben und in Newcastle-under-Lyme sicherte sich Reform UK eine absolute Mehrheit.
Die Wahl von über 136 Kommunalvertretungen in England sowie den Regionalparlamenten in Schottland und Wales gilt als bedeutender Stimmungstest vor der nächsten regulären Parlamentswahl im Jahr 2029. Starmer war 2024 mit dem Versprechen angetreten, nach Jahren des politischen Chaos für Stabilität zu sorgen, doch seine Amtszeit war von zahlreichen Kurswechseln und Skandalen gezeichnet. Dazu zählt auch die Entlassung des britischen US-Botschafters Peter Mandelson wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Sollte Labour in Schottland und Wales ebenfalls schlecht abschneiden, erwarten Parteikreise wachsenden Druck auf Starmer für seinen Rücktritt.