Der gestrandete Buckelwal soll während der Fahrt mit einem Sender ausgestattet werden, was jedoch bisher noch nicht erfolgt ist. Die Details darüber, wer später Zugang zu den gesammelten Daten haben wird, sind noch unbekannt.
In Richtung Nordsee wird die Barge mit dem Wal durch ein anderes Schiff gezogen. Seit 7 Uhr morgens übernimmt die «Fortuna B» das Schleppen, nachdem der Schlepper «Robin Hood» den Einsatz am Dienstagabend begonnen hatte. Er hatte die Barge vor der Insel Poel in die Wismarbucht und dann auf die offene Ostsee geschleppt.
Gegen 11 Uhr befand sich das Schiff nach Angaben von Vesselfinder nördlich von Fehmarn. Geplant ist, den Wal um Dänemarks Nordspitze herum durch das Skagerrak in die Nordsee zu bringen und dort freizulassen – ein mehrstufiges Vorhaben der privaten Initiative.
Umweltminister Till Backhaus äußerte sich erleichtert: «Mir fällt wirklich ein Stein vom Herzen», sagte er im Hafen von Kirchdorf, wo er den Einsatz verfolgte. Nach dem Abschluss der Aktion wurde die Erleichterung unter den Helfern sichtbar.
Trotz des erfolgreichen Transports bleibt das Überleben des Wals unsicher. Experten des Meeresmuseums hatten vor möglichen Risiken gewarnt, da sich der Zustand des Wals verschlechtert habe und die Lebendbergung mit hohen Verletzungsgefahren verbunden sei. Auch Organisationen wie die International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue äußerten Bedenken.
Die Wal- und Delfin-Schutzorganisation WDC betonte, dass solche Situationen für Wale extrem stressig seien: «In freier Natur sind Wale nicht auf eingesperrte Umgebungen vorbereitet.» Das Risiko von Stress und Panik sei hoch, da der natürliche Fluchtinstinkt eingeschränkt ist.
Anfang März war der Buckelwal erstmals nahe der Küste gesichtet worden, zuerst in Wismar. Nach einem Zwischenstopp auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand versuchte das Tier mehrfach, zur offenen See zurückzukehren, strandete aber wieder und blieb schließlich fest.
Trotz wissenschaftlicher Warnungen erlaubte Umweltminister Backhaus Mitte April den Rettungsversuchen der privaten Initiative. Finanziert wird diese von Unternehmerin Karin Walter-Mommert sowie Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, die eine Barge für den Transport bereitstellten.
SRF 4 News, 20.4.2026, 9 Uhr; dpa/fann; zero; wilh; stol