Nach Angaben von Mitgliedern einer Privatinitiative und Drohnenaufnahmen des Anbieters News5 wurde ein Buckelwal, der zuvor aus einer flachen Bucht bei Poel geborgen worden war, in der Nordsee freigelassen. Jens Schwarck vom Team teilte mit, dass das Tier gegen 9:00 Uhr nicht mehr im Schleppkahn verblieben sei. Drohnenaufnahmen zeigten einen Wal im Wasser, doch ob es sich tatsächlich um den befreiten Buckelwal handelte, war unklar. Auch über die technischen Voraussetzungen für eine Senderübermittlung gab es keine Informationen.
Der Schleppkahn mit dem mehrfach an deutschen Küsten gestrandeten Wal hatte nach einer langen Fahrt fast die Nordsee erreicht, drehte jedoch etwa 20 Kilometer von Skagen in Dänemark entfernt ab. Diese Region markiert den Übergang zwischen Kattegat und Skagerrak. Trotz eines Rückzugs ins ruhigere Wasser der Ostsee wurde das Absperrnetz an Bord nicht sofort gelockert, obwohl der Wal über Stunden im Schleppkahn verblieb.
Vor der Freilassung sollte ein GPS-Sender angebracht werden, um den Standort des Wals nachvollziehen zu können. Es war jedoch unklar, ob die Technik funktionierte. Experten wie die WDC und die Internationale Walfangkommission (IWC) äußerten sich skeptisch über die Überlebenschancen des Wals ohne funktionierende Ortungstechnologie.
Nach Aussagen der Anwältin Constanze von der Meden würden Standortinformationen lediglich mit dem Team und dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern geteilt. Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war erstmals Mitte März gesichtet worden und hatte die meiste Zeit in flachen Gewässern verbracht, bevor er am Dienstag zur Befreiung in den Schleppkahn gebracht wurde.
Experten betonen, dass eine erfolgreiche Rettung nur dann erfolgt sei, wenn der Wal im Nordatlantik langfristig überlebt und sich wieder gesund erholt habe. Der Walforscher Fabian Ritter äußerte Bedenken bezüglich der Schwimmfähigkeit und Nahrungsaufnahme des geschwächten Tieres, das möglicherweise erneut Küstengebiete aufsucht. Das dänische Umweltministerium sieht Strandungen als natürliches Phänomen und spricht sich gegen menschliches Eingreifen aus.
Eine langfristig erfolgreiche Rettung würde voraussetzen, dass der Wal in Zukunft an bekannten Stellen gesichtet wird, was auf ein normales Verhalten hindeutet. SRF 4 News meldete dies am 2. Mai 2026 um 10:00 Uhr; sda/spic