Versuche von Booten aus, den Buckelwal «Timmy» gezielt zur offenen Ostsee zu lenken, blieben erfolglos. «Der schwamm weiter in die Bucht», berichtete ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Kurz vor zehn Uhr war das Tier auf Livestreams nahe Fahrwassertonnen zu sehen; Begleitboote hielten Abstand.
Am Morgen hatte «Timmy» seine Richtung mehrfach gewechselt, zwischen Kirchdorf am Buchtende und der Ostsee hin- und her. Unter Führung von Booten schwamm er zeitweise in die richtige Richtung, bis er sich wieder an Ort und Stelle befand.
Ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums merkte an, dass der Ausgang des Kirchsees teilweise flach sei. Der Wal müsse einen Bogen schwimmen, um aus dem etwa zwei- bis dreimeter tiefen Fahrwasser zu entkommen. Die übrige Bucht ist zwischen 90 Zentimetern und 1,10 Metern tief.
Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel waren optimistisch und im Zeitplan. Sie rechneten damit, dass sich der zwölf Meter lange Wal eigenständig befreien könnte; in diesem Fall sei «Plan B» angesetzt: DLRG-Boote stehen bereit, um den Wal zu begleiten und ihn bis in die Nordsee sowie den Atlantik leiten zu können, so Rechtsanwältin Constanze von der Meden.
Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz zeigte sich weniger optimistisch. Er bezweifelte, ob «Timmy» noch geleitet werden könne, da er seine Freiheit vollumfänglich registriert habe.
Ursprünglich war geplant, eine Plane zwischen Pontons über dem Wal zu spannen und ihn so aus der flachen Bucht zu bergen. Die Plane sollte später in die Nordsee und den Atlantik transportieren werden; dazu sollten Schlepper die Pontons an einer langen Leine ziehen. Nach Angaben von Behörden war die Netzplane bereits im Einsatz.
Zwischen dem Hafen Kirchdorf und dem vor Poel liegenden Wal befanden sich DLRG-Boote, die auch das Sicherheitspersonal begleiteten.
Der Buckelwal tauchte seit Anfang März immer wieder an der Ostseeküste auf – zuerst im Wismarer Hafen, danach in der Lübecker Bucht und bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Er verfing sich wiederholt in Netzen; Einsatzkräfte und Sea Shepherd befreiten ihn teilweise davon. Mehrmals war er gestrandet.