Ritter Sport, Deutschlands bekanntester Schokoladenhersteller, erfreut sich einer tiefen Verwurzelung in der deutschen Kindheitserinnerung. Andreas Ronken, CEO des Unternehmens, reflektiert über den doppelten Preis seiner Produkte und kritisiert die deutsche Regierung für unerfüllte Versprechen. Die Farben Blau, Grün und Gelb markieren den Weg zur Alfred-Ritter-Straße in Waldenbuch, Süddeutschland, wo Ritter Sport produziert wird. Der CEO Ronken träumt von einer globalen Präsenz für die Marke. Ronken verneigt sich vor der Qualität Schweizer Schokolade und betont: “Mehrmals im Jahr verkosten wir diese zur Inspiration.” Die Schweiz sieht er als schwierigen Markt, aufgrund des starken nationalen Kulturgutes. Trotz geringer Präsenz in der Schweiz wünscht sich Ronken mehr Akzeptanz für ausländische Hersteller. Für ihn persönlich sind Ritter Sport und die Erinnerungen daran untrennbar miteinander verknüpft. Aufgewachsen im Ruhrgebiet, war er als Kind von den bunt bedruckten quadratischen Schokoladenstücken fasziniert, besonders Marzipan und Vollnuss. Ronken betont, dass Schokolade bei Raumtemperatur aufbewahrt werden sollte, um ihr Aroma voll entfalten zu können. Der bekannte Werbeslogan “Quadratisch. Praktisch. Gut.” ist dem deutschen Erbe verpflichtet, während international angepasste Slogans gewählt werden. Die einzigartige quadratische Form von Ritter Sport, geschützt durch Markenrechte, wird als zentrales Unterscheidungsmerkmal betrachtet. Ronken beschreibt den Erfolg dieser Strategie anhand juristischer Auseinandersetzungen mit Milka. Ronken betont die emotionale Verbindung der Marke zu ihren Kunden und unterstreicht die Notwendigkeit, international neue Bindungen aufzubauen. Dabei werden lokale Vorlieben berücksichtigt: In China beispielsweise steht Ritter Sport für hohe Lebensmittelsicherheit. Ritter Sport positioniert sich als innovatives Familienunternehmen mit einer Mischung aus Tradition und Neuerfindungskraft. Ronken sieht Genussprodukte wie Schokolade weiterhin gefragt, auch wenn gesellschaftliche Trends zunehmend auf einen gesunden Lebensstil abzielen. Im letzten Jahr musste Ritter Sport einen Rückgang der Verkaufszahlen hinnehmen, bedingt durch die starken Schwankungen im Kakaopreis. Ronken betont, dass diese Preisanstiege nicht den Schokoladenherstellern zugutekamen, sondern Zwischenhändlern. Die Aussicht auf sinkende Kakao-Preise bietet nur kurzfristige Entlastung. Langfristig bedroht der Klimawandel die Kakaoernte und damit die Schokoladenindustrie. Ronken sieht im deutschen Wirtschaftsstandort ein Problem in der zunehmenden Bürokratisierung, die insbesondere den Mittelstand belastet. Trotz Regierungsversprechen zur Entlastung fehlt es nach seiner Ansicht an pragmatischer Umsetzung. Schokolade wird laut Ronken eine Zukunft haben, sofern der Markt einen fairen Preis für Kakaobauern findet und die Konsumenten das Wertvolle des Produkts erkennen. Er sieht im wirtschaftlichen Stillstand politische Risiken und betont die Bedeutung von Wohlstand für gesellschaftliche Stabilität.