Eine Weltneuheit hat das Cern am Dienstagmorgen gelandet: Zum ersten Mal wurde Antimaterie erfolgreich über eine Strecke von acht Kilometern auf einem Lastwagen befördert. Die Europäische Kernforschungsanlage in Genf hat es geschafft, das teuerste und fragilste Material der Welt sicher zu transportieren. Dieser Testlauf verlief ohne jeglichen Verlust von 92 Antiprotonen.
Dieses erfolgreich abgeschlossene Experiment beweist die Transportierbarkeit von Antimaterie, was für zukünftige Forschungen entscheidend ist. Diese Materieform gilt als Schlüssel zum besseren Verständnis der Entstehung des Universums. In einigen Jahren plant das Cern den Export dieser seltenen Substanz an andere europäische Labore.
Antimaterie, die Spiegelbildversion von normaler Materie, ist außergewöhnlich instabil und muss strikt isoliert werden. Ihre Produktion erfordert einen starken Teilchenbeschleuniger. Das Cern verwendet hierfür den Proton Synchrotron, der seit 1959 in Betrieb ist. In diesem Gerät entstehen bei Kollisionen von beschleunigten Protonen mit Metallblöcken sowohl Protonen als auch Antiprotonen.
Der Transport der Antimaterie war eine komplexe Angelegenheit. Forschende entwickelten einen schrankgroßen Container, in dem die Antiprotonen im Vakuum und durch Magnete an Ort und Stelle gehalten werden. Diese Magneten müssen auf extrem niedrige Temperaturen von minus 268 Grad Celsius heruntergekühlt werden, was den Prozess besonders anspruchsvoll macht.
Zukünftig soll Antimaterie aus dem Cern in Labors nach Deutschland geliefert werden, wo präzisere Messungen möglich sind. Der Transport birgt theoretische Risiken, da bereits ein halbes Gramm Antimaterie eine enorme Sprengkraft besitzt. Das Cern produziert jedoch derzeit nur winzigste Mengen und befindet sich hunderte Millionen Jahre von einer solchen Menge entfernt.
Die Forschenden des Cern wollen mit Antimaterie eines der größten Rätsel unseres Universums lösen: Warum gibt es heute kaum noch Antimaterie? Es wird vermutet, dass beim Urknall exakt gleich viel Materie und Antimaterie entstanden sein sollten. Ein winziger Überschuss an Materie könnte die Entstehung unseres Universums ermöglicht haben – ein Geheimnis, das es zu entschlüsseln gilt.