Der Schweizer Autor Charles Lewinsky erinnert sich an ein vielseitiges Schaffensleben, das Theateraufführungen und erfolgreiche Romane umfasste. Mit 80 Jahren zieht er Bilanz über seine Karriere.
“Das Schreiben kam zu mir”, erklärt Lewinsky im Gespräch mit Keystone-SDA. Obwohl ihm die Leidenschaft früh bewusst war, entdeckte er erst in seinen Dreißigern sein schriftstellerisches Talent als Beruf.
Nach der Schulzeit fühlte sich Lewinsky zum Theater hingezogen, wo er von Werken wie ‘Andorra’ und ‘Die Physiker’ inspiriert wurde. Er arbeitete als Regisseur und später im Schweizer Fernsehen in der Unterhaltungssparte, bis er sich ganz dem Schreiben widmete. Bekannt ist er für die Kult-Sitcom “Fascht e Familie”.
In seinen Romanen setzt sich Lewinsky mit historischen und gesellschaftskritischen Themen auseinander. Er hat vierzehn Romane veröffentlicht, darunter den international erfolgreichen ‘Melnitz’ (2006). Sein aktuelles Buch “Eine andere Geschichte” widmet er seinem 80. Geburtstag.
Lewinsky beschreibt das Schreiben als Freiheit: “Man kann alles sein und tun – ohne Widerspruch der Figuren.” In einem abgelegenen französischen Dorf, wo er sich halbjährlich zurückzieht, konzentriert er sich auf seine Arbeit, wobei der Gartenarbeit eine wichtige Rolle spielt.
In seinem Werk vermeidet Lewinsky bewusst Monotonie: “Jedes Buch hat seinen eigenen Stil.” Sein Buch “Sind Sie das?” (2021) untersucht autobiografische Elemente in seinen Geschichten, wobei er feststellte, dass seine Frau, die wichtigste Person seines Lebens, kaum erwähnt wird.
Lewinsky ist seit 57 Jahren verheiratet und Vater von zwei Kindern. Sein Sohn Micha folgt den literarischen Spuren des Vaters; seine Tochter, Historikerin, gab ihm einmal wertvolle Kritik. Die Familie steht im Mittelpunkt seines Lebens, obwohl er weiterhin schreibt.
Trotz seines Alters fühlt sich Lewinsky jung: “Alt ist rückschauend, jung ist zukunftsorientiert.” Er plant keine Ruhestandspläne und veranstaltet auch keinen großen Geburtstagsanlass. Stattdessen präsentiert er seinen neusten Roman im Kaufleuten in Zürich.
Nach dem Interview mit Keystone-SDA gönnt sich Lewinsky einen Mittagsschlaf, wie es ein alter Mann braucht, so seine Worte.