Zürich erlebt eine historische Veränderung: Corine Mauch, die erste Frau an der Spitze des Stadtrats, hat am 29. März 2009 das Amt übernommen und nach 17 Jahren entschieden, sich zurückzuziehen. Bei ihrer Wahl setzte sie sich im zweiten Wahlgang gegen Kathrin Martelli (FDP) durch und machte somit die Stadtgeschichte. Trotz fehlender Erfahrung in der Exekutive war Mauch, damals 48 Jahre alt, bereit für die Herausforderung: “Ich wusste, dass es ein steiler Einstieg wird”, erklärte sie später in einer SRF-Sendung.
Mauchs Anfangszeit als Stadtpräsidentin fiel mit der Finanzkrise zusammen. Trotz ihrer zehnjährigen Erfahrung im Zürcher Stadtparlament und Arbeit bei den Parlamentsdiensten in Bern war sie vielen Bürgern zunächst unbekannt. Doch ihre Führungsstärke wurde rasch sichtbar.
Geboren 1960 in den USA, zog Corine Mauch im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie zurück nach Oberlunkhofen im Kanton Aargau. Politik war ein ständiger Begleiter am Familientisch; ihre Mutter Ursula war eine renommierte Chemikerin und spätere SP-Nationalrätin.
Nach einem Studium der Agronomie sowie Politik- und Verwaltungswissenschaften an der ETH arbeitete Mauch zunächst in verschiedenen akademischen Positionen, bevor sie in die Privatwirtschaft wechselte. Ihre politische Laufbahn führte sie schließlich ins Zürcher Stadtparlament.
Im Laufe ihrer Amtszeit erlangte Mauch Anerkennung für ihre Führungsstärke und ihr Engagement für eine grüne, klimafreundliche Stadtentwicklung. Sie setzte sich zudem konsequent für die Integration von Menschen ohne Schweizer Pass ein und betonte die Wichtigkeit von Investitionen in soziale Bereiche.
Trotz ihrer Erfolge blieben Herausforderungen nicht aus, besonders in der Kulturpolitik mit der umstrittenen Bührle-Sammlung im Zürcher Kunsthaus. “Ich würde früher reagieren”, erklärte Mauch rückblickend.
Ihre Kollegen schätzten ihre Zugänglichkeit und ihr Vertrauen, wie Hochbauvorsteher André Odermatt bestätigte: “In den Quartieren suchten die Menschen das Gespräch mit ihr.”
Mit Raphael Golta als festem Nachfolger steht Mauch nun vor einem neuen Lebensabschnitt. Ihre Entscheidung, sich zurückzuziehen, begründet sie mit dem Wunsch nach mehr Freizeit.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 09.04.2026, 17:30 Uhr