Die Recherchen des Netzwerks «Correctiv» zu einem Treffen von Rechtsextremisten und AfD-Politikern entpuppen sich als unzutreffend. Die Journalisten haben mit ihrem Bericht der Aufklärung über extremistische Aktivitäten einen Bärendienst erwiesen. Der Artikel, verfasst von Sebastian Lange von der NZZ Deutschland, beleuchtet die Auswirkungen eines im Januar 2024 erschienenen Berichts. In dem Bericht ging es um ein Treffen in einem Potsdamer Hotel zwischen rechtsextremen Aktivisten, Politikern und Unternehmern. Die Veröffentlichung löste Proteste von etwa einer Million Menschen gegen rechte Tendenzen aus, wobei Bundeskanzler Olaf Scholz eine Kundgebung in Berlin anführte. Der Bericht zog Parallelen zur Wannseekonferenz von 1942 und suggerierte damit die Gefahr einer Wiederkehr des Nationalsozialismus. Diese Darstellung führte zu einem emotionalen Aufschrei, obwohl das Landgericht Berlin nun entschieden hat, dass wesentliche Aussagen in dem Artikel falsch sind. Das Gericht stellte fest, dass «Correctiv» mit der Behauptung eines unter Martin Sellners Leitung entworfenen «Masterplans» zur Ausweisung deutscher Staatsbürger unzutreffende Tatsachenbehauptungen aufstellte. Diese Aussage verstösst gegen das Grundgesetz und wurde juristisch widerlegt. Zuvor hatte das Landgericht Hamburg die Darstellung als Meinungsäusserung klassifiziert, was «Correctiv» zugutekam. Doch im aktuellen Urteil wird klargestellt, dass es unwahr ist zu behaupten, ein solcher Plan sei beschlossen worden. Die Teilnehmer hatten sich laut Gericht nicht für die Ausschaffung von Staatsbürgern ausgesprochen. Das Berliner Landgericht betonte zudem, dass auch die Tatsachenbasis einer Meinungsäusserung korrekt sein muss. Dies unterstreicht die Bedeutung genauer Recherche und zeigt, dass eine Enthüllung ohne fundierte Fakten wenig Wert hat. Trotz der juristischen Rüge bietet die «Correctiv»-Recherche Einblicke in Verbindungen zwischen Rechtsextremisten und politischen Kreisen. Allerdings wurde aus einer Diskussion über Treffen von Extremisten ein angeblicher Plan zur Massenausschaffung gemacht, was die Glaubwürdigkeit des Berichts beeinträchtigt. Der Vergleich mit der Wannseekonferenz und dem Holocaust verstärkt die Kritik an der Recherche. Die Bereitschaft, Personen als «Nazi» zu bezeichnen, gehört eher den Aktivisten als seriösen Journalisten.