Tesla dominiert die Liste der meistverkauften Elektroautos in Deutschland, gefolgt von chinesischen Modellen, während deutsche Hersteller wie VW und Skoda an Boden verlieren. Im März lag das Tesla Model Y mit etwa 6800 Neuzulassungen an der Spitze, wobei die beiden Skoda-Modelle Elroq und Enyaq jeweils unter 4000 Verkäufe erzielten. Damit war das Model Y sogar hinter dem VW Golf auf Platz zwei im Gesamtmarkt für neue Fahrzeugzulassungen.
Deutsche Autobauer verlieren angesichts des von der neuen Kaufprämie angeheizten Elektrobooms an Boden. Im März stammten lediglich 56 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos aus deutschen Konzernen, verglichen mit 64 Prozent im Vorjahresmonat. Die Neuzulassungen von E-Autos stiegen auf 70.663 Fahrzeuge an, nach nur 42.521 im März des Vorjahrs, was die Wirkung der neuen deutschen Kaufprämie belegt.
Die gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Konflikts könnten ebenfalls eine Rolle gespielt haben, indem sie Elektroautos attraktiver machen. Die Hauptnutznießer dieser Entwicklung sind jedoch ausländische Hersteller: Deutsche Marken fehlen in den Listen der größten Zuwächse bei den Neuzulassungen gänzlich. Der deutsche Staat fördert seit Januar mit 3 Milliarden Euro Kaufprämien für Elektroautos, wobei Haushalte bis zu einem Jahreseinkommen von 90.000 Euro berechtigt sind.
Constantin Gall von EY kritisiert die Prämie: “Wie befürchtet unterstützen wir vor allem ausländische Automobilhersteller.” Einige ausländische Hersteller nutzten die Prämie, um Preise zu senken und günstigere Finanzierungsangebote zu machen. Deutsche Marken hingegen seien in Rabatten zurückhaltender.
Chinesische Hersteller wie Leapmotor und Xpeng verzeichnen hohe Zuwachsraten, bleiben jedoch quantitativ hinter Marken wie Tesla, Ford oder dem Stellantis-Konzern mit Opel, Fiat oder Peugeot zurück. In Italien beispielsweise war der Leapmotor T03 im März das meistverkaufte Elektroauto; in Spanien erreichte der BYD Dolphin Surf Platz drei.
In Deutschland und der Schweiz hingegen schaffen es chinesische Marken nicht so leicht, den Markt zu erobern. Jan Sieper von EY-Parthenon betont, dass neue Marken auf dem deutschen Markt mehr Skepsis erfahren und Vertrauen sowie ein Händlernetz erst noch aufbauen müssen.
Die Auswirkungen der Kaufprämie und höherer Spritpreise auf die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen sind nur bedingt aus den Daten ablesbar, da diese auch gewerbliche Zulassungen umfassen. Ein deutlicheres Bild ergibt sich im Privatmarkt: Hier stieg der Anteil reiner E-Autos an Neuzulassungen auf 31 Prozent – ein Rekordwert für März.
Trotzdem bleibt die Situation komplex, da auch Hybridfahrzeuge häufiger zugelassen werden als reine Elektroautos. Der Bestand von reinen Verbrennungsmotoren macht weiterhin mit etwa 35 Prozent den größten Anteil aus. Obwohl die Neuzulassungen steigen, bleiben E-Autos auf deutschen Straßen eine Randerscheinung, was zeigt, dass der Übergang langsamer voranschreitet als es die aktuellen Zahlen vermuten lassen.