Seit zehn Jahren versammeln sich Gegner der Atomenergie wöchentlich vor dem Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi in Brugg AG. Von Montag bis Donnerstag fordern sie die sofortige Abschaltung der beiden Blöcke des AKW Beznau. Der Protest, genehmigt zwischen 17 und 18 Uhr von der Stadt, ist still gehalten.
Heini Glauser, einer der Initiatoren dieses Protests, hat an 2400 dieser Mahnwachen teilgenommen. Nach dem Fukushima-Unfall im März 2011 organisierte er die erste Demonstration vor dem Ensi. Zehn Tage später kamen bereits über hundert Menschen zu einer besonderen Jubiläumsveranstaltung zusammen und hinterfragten das Engagement der Sicherheitsbehörden, denen sie mangelnde Überwachungsfähigkeit unterstellen.
Die Teilnehmenden, viele davon ehemalige Protestierende gegen die Kernkraftwerke Gösgen und Kaiseraugst in den 70er- und 80er-Jahren, teilen ihre Motivation: Für zukünftige Generationen zu demonstrieren. Ein regelmäßiger Teilnehmer dankte allen für das Engagement unter jedem Wetter.
Glauser, Architekt und Energiefachmann aus Windisch, findet die Proteste motivierend, besonders da auch jüngere Menschen teilnehmen. Die kleineren Mahnwachen seien informelle Treffen, vergleichbar mit einem Stammtisch, in denen über Energiefragen diskutiert wird.
Gelegentlich trafen sich die Demonstranten mit Ensi-Mitarbeitern. Frühzeitig gab es persönliche Kontakte; der Direktor besuchte regelmäßig die Protestierenden. Ein Treffen mit Apéro wurde angeboten, jedoch ohne inhaltlichen Fortschritt.
Die Protestierenden sehen das Ensi nicht als unabhängigen Wächter, sondern als Akteur des Atomlagers und haben dementsprechend wenig Vertrauen. Glauser betont dennoch die Rolle des Ensi als Überwacher der Betreiber.
Trotz dreitausend Mahnwachen ist das Ziel unverändert: Das Bewusstsein für die Verantwortung der Behörden schärfen, da ein Bundesrat nie von sich aus zu einer Stilllegung entscheiden würde. Glauser plant, so lange weiterzumachen, bis alle Atomkraftwerke abgeschaltet sind. Die 3001ste Mahnwache fand kürzlich statt.
Regionaljournal Aargau Solothurn, 2.4.2026, 17:30 Uhr