Das deutsch-polnische Ermittlerteam Swiecko ist diesmal in Potsdam im Einsatz. Ein Juwelier liegt tot in seinem Laden, doch der Fall wirkt so steril wie vorhersehbar. Die einzige Abweichung: die verzweifelten Blicke einer Mutter. Als Vincent Ross (André Kaczmarczyk) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) den Tatort betreten, finden sie eine makellose Szene vor, außer der Leiche mit einem einzigen Herzschuss. Der Blutverlust ist aufgesaugt, das Gold in Vitrinen unberührt. Ein Raubmord ohne Beute? Ungewöhnlich für die Clownmaskenträgerbande, die bereits mehrere Juweliergeschäfte im deutsch-polnischen Grenzgebiet heimgesucht hat. „Die Zeiten werden härter“, bemerkt Rogov, doch es sind nicht die harten Zeiten selbst, sondern dilettantische Trittbrettfahrer. Am Ende ist der Juwelier tot und die Beute besteht aus Museumsstücken, die die Frau des Getöteten zur Restaurierung aufgegeben hatte. Ross und Rogov durchstreifen langsam Pärke und Kopfsteinpflaster in einem ungewohnt leeren Holländischen Viertel. Die barocken Fassaden und Plattenbauten wirken gepflegt, doch im Museum, vor dem historischen Ensemble auf dem Markt, fragt man sich: Ist hier überhaupt etwas los? In «Goldraub» – nicht besonders originell – geht es um einen Sohn mit Spielsucht, eine Ex-Freundin, die seine Pflichten betont, und eine Mutter, deren Verzweiflung Deborah Kaufmann eindrucksvoll darstellt. „Wir haben alle ein zweites, geheimes Leben“, sagt Ross, während die Mutter letztlich alles weiß – auch wer der Täter ist. Die Zuschauer erkennen den Schuldigen schnell, und Ross’ leise Fragen können das langweilige Potsdam nicht beleben. „Bierchen?“ fragt Rogov am Ende. Ja, bitte! «Polizeiruf 110»: «Goldraub», Sonntag, 29. März, um 20.15 Uhr in der ARD.