Patrick Fischer, der Schweizer Eishockey-Nationaltrainer, wurde aufgrund des Vorwurfs der Urkundenfälschung rechtskräftig verurteilt. Er hatte sich 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen in China begeben, wie ein von SRF eingesehener Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Luzern aus dem Jahr 2023 bestätigt. Der Vorfall wurde öffentlich bekannt, nachdem Fischer selbst in einer Stellungnahme auf die Recherchen von SRF reagierte.
Der Sportdachverband Swiss Olympic äusserte sich überrascht und irritiert über Fischers Handlungen im Februar 2022, als er ungeimpft mit einem gefälschten Impfzertifikat an den Spielen in Peking teilnahm. Obwohl Fischer seine persönliche Situation als anspruchsvoll bezeichnete, sieht Swiss Olympic darin ein grosses Risiko für ihn selbst, seine Mannschaft und die gesamte Schweizer Delegation. Laut Fischers Statement vom 13. April 2026 war Swiss Olympic von der Angelegenheit nicht in Kenntnis gesetzt worden.
Swiss Olympic betont den Wert von Transparenz und gegenseitigem Vertrauen im Umgang mit Verbänden und Teilnehmern bei Olympischen Spielen, was Fischer durch seine Handlungen missachtet habe. Der Dachverband fordert alle Delegationsmitglieder auf, sich an die Olympischen Werte Höchstleistung, Freundschaft und Respekt zu halten.
Fischer hatte das gefälschte Zertifikat laut Staatsanwaltschaft über den Messengerdienst Telegram erworben. Es bescheinigte ihm fälschlicherweise Impfungen am 27. Oktober 2021 und am 22. November 2021, obwohl dies nicht der Fall war. Mit diesem Wissen reiste Fischer im Februar 2022 nach China, wissend, dass er ohne ein gültiges Zertifikat nicht hätte einreisen dürfen. Die Staatsanwaltschaft Luzern verurteilte ihn zu einer unbedingten Geldstrafe von 38’910 Franken wegen Urkundenfälschung.
Nachdem SRF Fischer und den Schweizerischen Eishockeyverband (SIHF) mit den Dokumenten konfrontierte, publizierte der Trainer ein Video, in dem er sich für seinen Fehler entschuldigte. Sein Impfstatus war bereits vor den Spielen öffentlich diskutiert worden, wobei Fischer gegenüber «Blick» im Oktober 2021 bekräftigt hatte, sich impfen lassen zu wollen.
Die Reaktionen auf Fischers Verhalten sind scharf: Rudolf Hauri, ehemaliger Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte und Zuger Amtsarzt, empfindet das Vergehen als schockierend. Er betont die Bedeutung von Vorbildern in öffentlichen Ämtern.
Trotz seiner Erfolge bei Weltmeisterschaften, darunter zwei Silbermedaillen zuletzt 2024 und 2025, kündigte Fischer an, nach der Heim-WM im Mai zurückzutreten, die er als Trainer über ein Jahrzehnt lang betreute.
SRF zwei berichtete in sportflash am 13. April 2026 um 23:00 Uhr.