Die Stadt Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dies beinhaltet den Ersatz ihrer veralteten Rettungswagen durch umweltfreundlichere Alternativen, einschließlich Elektro-Ambulanzen. Von insgesamt 27 Fahrzeugen wurden sechs bereits ausgetauscht; zwei davon sind elektrisch betrieben. Trotz dieser Vorreiterrolle musste die Stadt jedoch nach einer vierjährigen Testphase ein ernüchterndes Fazit ziehen: Die aktuellen elektrischen Rettungswagen erwiesen sich als nicht vollständig ausgereift. Probleme wie unkontrollierte Neustarts und Ladekonflikte zwischen der Autobatterie und medizinischen Geräten traten auf, was die Einsatzbereitschaft beeinträchtigte. Allerdings bestätigt Schutz und Rettung Zürich, dass Patienten nie in Gefahr waren.
Trotz dieser Schwierigkeiten plant die Stadt den weiteren Ausbau ihrer elektrischen Flotte: Bis 2030 sollen sieben weitere E-Ambulanzen hinzukommen. Die verbleibenden Fahrzeuge werden konventionell angetrieben, um die Verfügbarkeit zu sichern. Diese Strategie soll auch bei Strom- oder Treibstoffmangel gewährleisten, dass Rettungsdienste uneingeschränkt funktionieren.
Die Stadt will mit der Anschaffung neuer Elektro-Ambulanzen zwei Jahre warten, um den Markt und technologische Entwicklungen genau zu beobachten. Derzeit sind die Kosten für eine E-Ambulanz fast doppelt so hoch wie bei Dieselmodellen, jedoch gleichen sich die Lebenszykluskosten aufgrund hoher Dieselpreise aus.
Im Vergleich zu Bern oder Basel, wo keine Elektro-Ambulanzen im Einsatz sind, nimmt Zürich eine Vorreiterrolle ein. Auch bei der Feuerwehr gibt es nur ein elektrisches Fahrzeug unter insgesamt 92. Die Polizei hat einen höheren Anteil an E-Fahrzeugen: Über 130 von mehr als 800 Fahrzeugen sind elektrisch, und die Zürcher Stadtpolizei betreibt rund 100 Elektrofahrzeuge.
Obwohl Elektrofahrzeuge im Stadtgebiet für Verfolgungsfahrten geeignet sind, gibt es derzeit noch keine Elektro-Kastenwagen, die den operativen Anforderungen entsprechen. Somit wird eine vollständige Umstellung auf Elektroantrieb bei Blaulichtfahrzeugen wohl länger dauern.