Die Oscar-Preisträgerin Emma Thompson hat sich mit ihrer Unterstützung für eine Petition gegen das Vorhaben, im denkmalgeschützten Gebäude auf der anderen Seite des Limmatquais ein McDonald’s-Restaurant zu eröffnen, eingeschaltet. Die Schauspielerin ist bekannt für ihr Engagement in sozialen und ökologischen Belangen, darunter ihre Reisen mit Action Aid nach Afrika sowie ihre Teilnahme an Demonstrationen der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion.
Thompsons Aufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel Storchen in Zürich führte dazu, dass sie von den Plänen erfuhr. In einer E-Mail, die Tamedia vorliegt, bezeichnete sie den Bau eines McDonald’s-Ablegers als “act of self-harm” (Akt der Selbstzerstörung). Sie zeigte ihre Unterstützung für eine von Anwohnern initiierte Petition gegen das Lokal, in der Hoffnung auf ein Umdenken.
Die Einwohner des Viertels äußerten Bedenken bezüglich Lärm und Müll, da die Filiale bis 1 Uhr morgens unter der Woche und sogar bis 5 Uhr am Wochenende geöffnet sein soll. Bis Montagabend hatten bereits rund 1800 Personen die Petition unterschrieben.
Unter den Unterzeichnern befindet sich auch Pfarrer Christian Walti vom Grossmünster, der auf Instagram schrieb: “Bald stinkt es Zwingli am Limmatquai. Er haut ab.” Dazu postete er ein mit Künstlicher Intelligenz generiertes Bild von Huldrych Zwinglis Statue, die vor McDonald’s-Kunden und Abfall flüchtet.
Proteste gegen McDonald’s in Zürich reichen bis zur Eröffnung der ersten Filiale am Stauffacher im Jahr 1981 zurück. Damals bezeichnete SP-Gemeinderat Moritz Leuenberger späterer Bundesrat, McDonald’s als “kulinarischen Affront”. Im darauffolgenden Jahr erfolgte ein Brandanschlag auf das Lokal durch die Gruppierung “Kommando Grober Ernst”, die gegen große Bauprojekte im Gebiet kämpfte.
Trotz aller Proteste existiert die Filiale am Stauffacher weiter, während andere in der Stadt geschlossen wurden. Im aktuellen Fall des Limmatquais wehren sich Anwohner juristisch gegen die Baubewilligung; ein Rekurs beim Baurekursgericht ist gemäß den Tamedia-Zeitungen hängig.