In den Appenzeller Kantonen wurden Milchproben aus 169 Betrieben auf PFAS-Rückstände untersucht. Die Tests ergaben, dass bei 58 Betrieben in Ausserrhoden sowie 22 in Innerrhoden die gemessenen Werte EU-Grenzwerten überstiegen.
Die zukünftigen europäischen Vorgaben könnten der Appenzeller Milchwirtschaft existenzielle Risiken bringen, insbesondere für Schweizer Produzenten von Lebensmitteln wie Käse, die in den EU-Markt exportieren. Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK), ein Zusammenschluss aus sieben Kantonen, appelliert deshalb an den Bund um ein entschiedeneres Handeln.
Innerrhoders Regierungsrat Stefan Müller betont: «Es ist notwendig, die Koordination zwischen verschiedenen Fachbereichen auf Bundesebene und mit den betroffenen Branchen zu verbessern.» Ziel sei es, eine ganzheitliche Lösung für das Problem zu entwickeln.
Eine Studie über langfristige gesundheitliche Auswirkungen von PFAS wurde vom Bundesamt für Gesundheit aus Spargründen eingestellt. Zurzeit sind drei Bundesämter aus unterschiedlichen Departementen mit der PFAS-Thematik befasst, darunter die Zuständigkeiten von Bundespräsident Guy Parmelin, Bundesrat Albert Rösti und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.
Laut dem Eidgenössischen Departement des Innern von Bundesrätin Baume-Schneider sind die Forderungen an die Bundesbehörden herangetragen worden. Diese stehen in regelmäßigem Austausch mit der ORK, um die komplexe Problematik effektiv zu behandeln: «Die PFAS-Problematik betrifft verschiedene Ämter und Departemente der Bundesverwaltung, die sich koordinieren, um eine ganzheitliche Lösung sicherzustellen.”
Müller äußert den Eindruck, dass die Fachbereiche noch zu wenig zusammenarbeiten. Um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, sei jedoch eine verbesserte Abstimmung unerlässlich.
Die ORK hofft auf ein baldiges Treffen mit allen drei involvierten Bundesräten.