Der norwegische Fußball erlebt einen beeindruckenden Aufschwung, nachdem das Nationalteam 2017 auf Platz 88 der FIFA-Weltrangliste abgerutscht war. Im kommenden Jahr 2026 wird Norwegen erstmals seit 1998 wieder an einer Weltmeisterschaft teilnehmen, gestützt durch eine eindrucksvolle Qualifikation mit acht Siegen aus acht Spielen und 37 Toren. Der Stürmerstar Erling Haaland, der in Bryne geboren wurde, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Haakon Gröttland, Leiter der Abteilung für Spieler- und Trainerentwicklung beim norwegischen Fußballverband, erklärt den Erfolg durch ein ausgeklügeltes Nachwuchssystem. Dieses System hat nicht nur Haaland hervorgebracht, sondern auch Martin Ödegaard, Norwegens Kapitän bei Arsenal. Beide Talente sind Produkte eines Systems, das in zwei bedeutenden Revolutionen entstanden ist: der Ausbau von Kunstrasenplätzen und die gezielte Förderung junger Spieler.
Seit 2017 fördert der norwegische Verband den Aufbau von Jugendakademien finanziell. Diese Reformen tragen zur starken Position Norwegens bei, das inzwischen 65 Prozent seiner Spielzeit durch Einheimische besetzt, im Vergleich zu nur 46 Prozent in der Schweizer Super League. In der Schweiz werden junge Spieler weniger eingesetzt, und die Klubs setzen häufiger auf ausländische Kräfte.
Loris Mettler, ein Schweizer Spieler in Norwegen, hebt hervor, dass dort jungen Spielern mehr Vertrauen geschenkt wird. Diese Philosophie spiegelt sich auch bei Bodö/Glimt wider, einem norwegischen Team, das mit vielen heimischen Spielern erfolgreich in der Champions League gegen Top-Teams wie Inter Mailand antritt.
Während die Schweiz über Reformen nachdenkt, zeigt Norwegen, dass durch Zusammenarbeit und langfristige Planung im Nachwuchsbereich beeindruckende Erfolge erzielt werden können. Die norwegische Strategie könnte für Länder wie die Schweiz wertvolle Einsichten bieten.