Im Europa-Park-Stadion herrschte Ausnahmezustand, als Tausende Fans bereits Stunden vor dem Anpfiff das Stadion füllten und eine beeindruckende Choreographie kurz vor Spielbeginn aufgeführt wurde. Für die Breisgauer bedeutete dieses Heimspiel mehr als jedes andere zuvor: Erstmals in ihrer Geschichte standen sie am Vorabend des Eintritts in einen internationalen Final.
In der 41. Minute verwandelte sich das Stadion in eine ausgelassene Party, angetrieben durch Johan Manzambi. Der Schweizer Nationalspieler erzielte mit einem herrlichen Schlenzer das entscheidende 2:0 und drehte damit den Rückstand aus dem Hinspiel um. Dieser Moment markierte Freiburgs klare Ausrichtung auf das Finale.
Manzambi, der sich seit Wochen in bestechender Form zeigt, agierte diesmal offensiver als Zehner und war einer der auffälligsten Akteure im Team. Kurz nach dem Seitenwechsel verfehlte sein Weitschuss knapp das Tor von Bragas Keeper Lukas Hornicek.
Bereits in der 6. Minute musste Braga in Unterzahl weiterspielen, als Mario Dorgeles die gelb-rote Karte wegen einer Notbremse an Jan-Niklas Beste erhielt. Die Szene hätte fast zu einem Alleingang von Beste und Manzambi geführt.
Nach 13 Minuten hatte Freiburg den Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert: Jean-Baptiste Gorby wollte im eigenen Strafraum klären, traf jedoch Lukas Kübler. Der Ball prallte von dessen Oberschenkel an den Pfosten und schließlich ins Tor.
Trotz Unterzahl kämpfte Braga tapfer weiter und hatte kurz vor der Pause die Chance zum Anschlusstreffer, doch Victor Gomez traf nur das Aluminium. In der 72. Minute erhöhte Kübler nach Vorlage von Manzambi per Kopf auf 3:0. Bragas Hoffnung lebte jedoch wieder auf, als Pau Victor in der 79. Minute verkürzte.
Die Breisgauer mussten nun gegen das Pressing der Portugiesen anspielen, die sich in Unterzahl in einen Angriffsmarathon stürzten. Bruno Ogbus kam in der 81. Minute und trug dazu bei, dass Freiburgs Führung überstanden wurde.
Im Finale am 20. Mai (übertragen von SRF info) treffen sie auf Aston Villa, die ihre Favoritenrolle im Halbfinale gegen Nottingham Forest erfüllten und das Hinspiel-0:1 mit einem 4:0-Auswärtssieg umkehrten.
Dan Ndoye konnte als verletzungsgeplagter Ersatzspieler für die Gäste keine Wende herbeiführen. Unai Emery, der Trainer von Aston Villa, arbeitet weiter an seinem Status als Legende. Mit bereits vier Titeln (drei mit Sevilla und einem mit Villarreal) ist er der erfolgreichste Trainer in diesem Wettbewerb und strebt nun seinen fünften Triumph bei Freiburgs Fünfter der Premier League an.
SRF zwei, sportlive, 07.05.2026, 20:10 Uhr; sta/sda