Trotz ihrer Nichtbeteiligung am Iran-Konflikt spüren die europäischen Staaten dessen Auswirkungen direkt. Nun wollen sie Minenräum- und Aufklärungsflugzeuge einsetzen, um die Schifffahrt zu sichern. Die Konferenz zur maritimen Navigationsfreiheit in Paris sendet ein klares Signal nach Europa – vor allem an Washington. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte zuletzt mehr Unterstützung von europäischen Partnern im Iran-Krieg gefordert. An der Freitagnachmittags-Konferenz im Élysée-Palast nahmen 49 Staaten teil, darunter zahlreiche aus Nahost, Ostasien und Afrika – viele per Videokonferenz. Die Anwesenheit von Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien verdeutlicht die Bedeutung Europas. Obwohl sie nicht im Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran involviert sind, treffen die wirtschaftlichen Folgen sie direkt. Sie möchten auch das schwierige Verhältnis zur US-Administration nicht weiter belasten. Der britische Premierminister Keir Starmer betonte: «Die Welt braucht eine offene Straße von Hormuz, um Preise niedrig zu halten.» Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fügte hinzu, dass das Seerecht respektiert und iranische Zolldrohungen abgelehnt werden müssen. Macron erklärte, die von Iran verkündete Blockadeaussetzung sei positiv, aber vorsichtig zu bewerten. Die beiden Atommächte Europas hatten das Treffen organisiert, während die Kriegsparteien USA, Israel und Iran nicht eingeladen waren. Trump wurde vorab informiert und hatte keine Einwände. Geplant ist eine internationale Mission zur Begleitung von Handelsschiffen in der Meerenge. Der Einsatzbeginn sowie Teilnehmerzahl stehen noch aus; eine robuste Waffenruhe ist jedoch erforderlich. Die momentane Feuerpause gilt als zu fragil und kurzfristig, weshalb Gespräche mit den Konfliktparteien nötig sind. Die Europäer benötigen Garantien der Iraner und Amerikaner bezüglich Schiffsverkehr. Es geht darum, Reedern Vertrauen in die Sicherheit zu geben, da Kriegsrisikoaufschläge stark gestiegen sind. Die Rolle der USA bleibt unklar. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz wünscht sich amerikanische Teilnahme, doch Frankreich will keine formelle Koalition bilden. Eine US-Sprecherin betonte die ausreichende eigene Kapazität Amerikas. Über militärische Fähigkeiten äußerten sich die Staats- und Regierungschefs nur vage. Macron erwähnte, dass Mittel im Mittelmeer und Roten Meer für Hormuz genutzt werden könnten. Deutschland plant Minenaufklärung und Patrouillen-Arbeit. Merz betonte das Bedürfnis nach Parlamentsbeschluss und internationalem Mandat. Italien kündigte ebenfalls Beiträge an, vergleichbar mit EU-Operation Aspides im Roten Meer und Golf von Aden. Starmer lud alle interessierten Staaten ein und erwähnte bereits zugesagte militärische Mittel von rund einem Dutzend Ländern. Details zur Mission sollen bei der nächsten Konferenz nächste Woche in London besprochen werden.