In den USA haben derzeit nur zehn Prozent der Betroffenen Medikamente gegen Fettleibigkeit. Novo Nordisk und Eli Lilly erhoffen sich nun einen Durchbruch mit ihren Tabletten. Die FDA genehmigte die Abnehmpille Foundayo von Eli Lilly in Rekordgeschwindigkeit innerhalb weniger als vier Monate nach dem Zulassungsantrag, unterstützt durch ein beschleunigtes Verfahren unter Präsident Donald Trump für besonders bedürftige Medikamente. Amerikaner mit starkem Übergewicht oder Fettleibigkeit können nun zwischen zwei Tabletten wählen: Wegovy von Novo Nordisk und Foundayo von Eli Lilly, die beide zur Gruppe der GLP-1-Antagonisten gehören und seit ihrer Markteinführung für ihre Hersteller zu einem Milliardengeschäft geworden sind. Im letzten Jahr generierten diese Medikamente einen Umsatz von fast 18 Milliarden Dollar; Analysten prognostizieren, dass dieser Markt bis 2030 über 100 Milliarden Dollar erreichen könnte.
In den USA leiden mehr als 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an Fettleibigkeit. Allerdings erhalten nur wenige die Kostenübernahme von ihrer Krankenversicherung für GLP-1-Arzneimittel. Foundayo, wie Eli Lilly in einer Pressemitteilung zur Zulassung erwähnt, kann Nebenwirkungen wie Brechreiz und Haarausfall verursachen. Im Gegensatz zu den injizierbaren Mitteln von Novo Nordisk, die bei einigen Patienten unbeliebt sind, hofft Eli Lilly mit der täglichen Einnahme einer Pille eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Während das Präparat von Eli Lilly einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 11 Prozent zeigt, erreichte die Pille von Novo Nordisk knapp 14 Prozent.
Selbstzahler können Foundayo ab 149 Dollar pro Monat erhalten, während Versicherte nur etwa 25 Dollar zahlen müssen. Die monatliche Belastung für private Versicherer beläuft sich jedoch auf 649 Dollar. Analysten von RBC Capital Markets warnen vor beträchtlichen Mehrausgaben im US-Gesundheitswesen. J.P. Morgan rechnet mit einem Umsatz von einer Milliarde Dollar im laufenden Jahr für Eli Lilly, erwartet aber bis 2030 eine Steigerung auf 21,5 Milliarden Dollar.
Roche kann ebenfalls profitieren, da seine Tochterfirma Chugai Anspruch auf 12 Prozent des Umsatzes hat. Analysten von Vontobel prognostizieren rund 1,5 Milliarden Dollar für Roche bei einem Höchstumsatz von 20 Milliarden Dollar. Eli Lillys beschleunigte Zulassung in den USA steht im Gegensatz zur laufenden Prüfung in der Schweiz und der EU, über deren Dauer noch keine Prognosen gemacht werden können.