Jens Ehrhardt, Gründer von DJE Kapital, hat die Defensive seines UBAM Dr. Ehrhardt German Equity stärker gewichtet. Die Deutsche Telekom ist nun eine Top-Position, da sie wenig konjunktursensitiv sei, so Ehrhardt in einem Interview mit «The Market NZZ». Angesichts der Unsicherheit nach dem Persischen Golf-Konflikt könnten die Ölpreise weiterhin hoch bleiben, was das Rezessionsrisiko erhöhe. Für den Energienetzbetreiber E.On hat Ehrhardt seine Position leicht ausgebaut, da dessen Rendite staatlich reguliert und somit gegen Konjunktureinbrüche abgesichert sei. Kursgewinne realisierte er bei Nordex und Siemens, welchen er komplett verkauft hat wegen seiner Bewertung und Konjunkturabhängigkeit. Seine zweithöchste Position ist die DWS, um auch von einem Börsenaufschwung profitieren zu können.
Bei den Bauunternehmen Strabag und Hochtief sieht Ehrhardt Wachstumschancen durch Infrastrukturausgaben der deutschen Regierung. Beide Unternehmen seien zudem attraktiv bewertet, insbesondere die österreichische Strabag mit einem KGV von 12.
Christian Reindl von Union Investment hat Elmos Semiconductor als zweitgrößte Position in seinem UniDeutschland XS aufgestockt, dessen Aktienkurs sich mehr als verdreifacht hat. Der Analyst Malte Schaumann erwartet eine Umsatzsteigerung bis zur Milliardenmarke und bessere Ebit-Margen für Elmos. Aufstrebende Geschäftsfelder wie humanoide Robotik bieten zusätzliches Potenzial.
Reindl hat auch Bechtle und Knorr-Bremse neu aufgenommen, da deren Bewertungen attraktiv sind und sie von Infrastrukturprogrammen profitieren könnten. Er investierte zudem in Fraport, die nun mehr Cashflow für Anleger bereitstellt.
Reindl beteiligte sich am IPO der Gabler Group im März, die einen hohen Marktanteil in einer lukrativen Nische hat und moderat bewertet ist. Gewinne realisierte er bei KSB, dessen Aktienkurs stark gestiegen war.
Christian Krahe von GS&P hat seine Position bei KSB beibehalten und ebenfalls im IPO der Gabler Group investiert. Er kauft Vincorion-Aktien, die günstiger bewertet sind als Konkurrent Renk und in einem aussichtsreichen Segment tätig ist.
Krahe hat auch bei Asta Energy gezeichnet, deren Aktienwert nach dem IPO stark gestiegen ist. Die größte Position seines Mischfonds Deutsche Aktien Total Return ist Rocket Internet, die indirekt an SpaceX beteiligt ist und durch dessen geplantes IPO ein Aufwertungspotenzial hat.
Nach einem Kursrutsch bei Biontech investierte Krahe erneut, da der Wert des Unternehmens nur wenig über dem Cash-Polster liegt und es als Übernahmeziel gilt. Der vollständige Artikel mit weiteren Fondsengagements von Christoph Gebert und Raik Hoffmann ist exklusiv für Abonnenten von «The Market NZZ».