Franz Faeh, der durch die SRF-Dokumentation «Inside Gstaad Palace» bekannt wurde, spricht offen über seine Ansichten zur Arbeit und zum Leben in der Welt des Luxushotels. Er sieht sich nicht nur als Koch, sondern auch als Vaterfigur für die Mitarbeiter im «Palace». Mit umfangreicher Lebenserfahrung hat er ein Gespür entwickelt, das ihm hilft, sowohl mit dem Hoteldirektor als auch mit einem Kochlehrling gleichermaßen empathisch umzugehen. Obwohl seine Rolle als Kulinarischer Direktor oft unterschätzt wird, betont er, dass die Zufriedenheit der Mitarbeiter entscheidend für den Erfolg eines Hotels ist.
In Gesprächen mit Gästen nimmt Faeh eine zentrale Rolle ein. Seine Fähigkeit, auf deren Wünsche einzugehen und trotzdem seine professionelle Linie zu wahren, wird von ihm selbst reflektiert: Gäste kommen zum «Palace», um von seiner Kochkunst zu profitieren, auch wenn er sich manchmal ungewöhnlichen Anfragen stellen muss. Ein Beispiel dafür ist der Wunsch nach einem Rindsfilet mit Erdbeersauce – ein Auftrag, den Faeh annahm und realisierte.
Faeh hat einen pragmatischen Umgang mit dem Luxusumfeld entwickelt. Er kocht für seine Gäste, was sie begehren, ohne dabei seinen eigenen Stil zu verlieren. Trotz der hohen Ansprüche seiner Klientel behält er den Respekt vor seinem Handwerk und der Realität des Kochens bei. Auch wenn spezielle Wünsche eine Herausforderung darstellen können, bleibt Faeh flexibel.
Der Spitzenkoch hat auch zur Diskussion über Verbotskulturen in der Gastronomie Stellung bezogen, insbesondere im Hinblick auf Produkte wie Foie gras. Er äußert sich skeptisch gegenüber solchen Entwicklungen und betont die Bedeutung des Genusses als Teil seines Berufs.
Die Idee einer Work-Life-Balance lehnt Faeh ab; er glaubt, dass ohne Arbeit kein Lebensstil möglich sei. Seine Karriere war geprägt von intensiver Arbeitszeit – bis zu 18 Stunden täglich in den Hochsaisons. Trotz der Herausforderungen sieht er seine Rolle positiv: Er genießt die Möglichkeit, jeden Wunsch seiner Gäste zu erfüllen und dabei kreativ tätig zu sein.
Als Lieblingsprotagonist der SRF-Dokumentation erlebte Faeh einen bemerkenswerten Aufstieg zur nationalen Berühmtheit. Er sieht sich als authentisch, auch wenn seine direkte Art manchmal für Kritik sorgt. Seine Karriere hat ihn glücklich gemacht und er ist stolz darauf, wie weit er gekommen ist.
Mit der Pensionierung steht Faeh vor einem neuen Lebensabschnitt. Er fragt sich selbst lachend, was auf ihn zukommt, da er das meiste im Leben bereits erreicht hat. Ski fahren bleibt ein lang gehegter Wunsch, den er nun verwirklichen möchte.