Auf der MS “Hondius” erkrankten sieben Passagiere an einer schweren Atemwegserkrankung, von denen drei verstarben. Bei einem Verstorbenen sowie einem Infizierten wurde das Hantavirus nachgewiesen. Das Schiff liegt vor den Kapverden und darf nicht verlassen werden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Experten der WHO arbeiten zusammen mit afrikanischen und europäischen Medizinern daran, die Ansteckungsquelle zu identifizieren.
Es existieren weltweit mindestens 20 Hantavirusvarianten, die in Mäusen und Ratten vorkommen. Diese Tiere scheiden Viren aus, ohne selbst krank zu werden. Die Übertragung auf Menschen erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit getrocknetem Nagerkot oder beim Aufwirbeln von Staub. Eine Ansteckung über kontaminierte Lebensmittel und seltener durch Bisse ist ebenfalls möglich. Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind nur bei der Andes-Variante bekannt, erfordern jedoch enge körperliche Kontakte.
Die Infektion mit Hantaviren gilt nicht als Pandemiepotenzial; Menschen sind für die Viren eine Sackgasse. Die WHO vermutet, dass sich der erste Patient an Land angesteckt hat, wobei die Inkubationszeit zwei bis acht Wochen beträgt. Eine Infektion mit Andes-Hantaviren während einer Kreuzfahrt in Argentinien könnte möglich sein.
Zur Ermittlung müssen alle Passagiere und Crewmitglieder ausführlich befragt werden. Die genetische Untersuchung von Virenproben soll klären, ob die Erkrankten tatsächlich die Andes-Variante tragen.
Die meisten Hantavirusinfektionen verlaufen harmlos mit grippeähnlichen Symptomen. Bei älteren oder immungeschwächten Menschen können jedoch lebensbedrohliche Krankheiten wie schwere Lungenentzündungen oder Nierenschäden auftreten.
Es gibt keine speziellen Medikamente; die Behandlung beschränkt sich auf symptomatische Maßnahmen. In manchen Regionen treten jährlich tausende Fälle auf, während die Schweiz kaum betroffen ist.
Erkrankte werden unter Schutz in Krankenhäuser gebracht und alle anderen müssen an Bord bleiben. Die WHO empfiehlt 45 Tage lang Vorsichtsmaßnahmen wie Abstandhalten, Maske tragen und regelmäßiges Händewaschen. Zudem wird eine Suche nach Nagern auf dem Schiff angeregt.